SG Leutershausen

Die roten Teufel von der Bergstraße

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SGL verliert gegen Lübbecke

Die SG Leutershausen hat das Heimspiel gegen TuS-N Lübbecke in der 2. Handball-Bundesliga mit 26:31 (12:16) verloren. In der Heinrich-Beck-Halle mussten sich die "Roten Teufel" vor 600 Zuschauern geschlagen geben und damit die zweite Heimniederlage der Saison einstecken. 

 

Die Gäste aus Lübbecke kamen besser in die Partie, drückten dem Spiel von Anfang an ihren Stempel auf — und gingen schnell in Führung, zeigten eine souveräne Vorstellung. Immer wieder kam der Top-Torschütze der Zweiten Liga, Pontus Zetterman, zu einfachen Toren aus dem Rückraum — mit dem Schlusspfiff standen acht Treffer auf seinem Konto, auf TuS-N-Seite war nur Ante Kaleb mit neun Treffern erfolgreicher. Ebenfalls neunmal traf SGL-Schütze Valentin Spohn, war erfolgreichster Werfer der "Roten Teufel“, hielt die Truppe von Marc Nagel lange Zeit im Spiel und steht nun aktuell bereits bei 92 Saisontreffern — dennoch ging man mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause. 

 

In der zweiten Spielhälfte versuchte Nagel nochmal neue Impulse zu setzen, agierte mit Christopher Räpple auf der Mitte, gab auch dem jungen Moritz Mangold im Tor eine Chance. Und es fruchtete kurzzeitig: Während sich der Vier-Tore-Rückstand konstant durch das Spiel zog, kämpfte man sich nun wieder auf ein Tor heran (16:17 nach 36.). Die Abwehr stand nun sicherer, der Ausgleich wollte aber nicht fallen. Immer wenn die SGL wieder am Zug war, brachten sich die „Roten Teufel“ mit einfachen Fehlern und Zeitstrafen ins Hintertreffen. Eine Kombination aus unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen, Wurfpech und Unerfahrenheit ließ die Gäste aus Lübbecke entscheidend davon ziehen. Gut zehn Minuten vor Spielende erhöhte Kenji Hövels auf 21:27 — das Spiel war damit so gut wie entschieden. 

 

Nagel bilanzierte nach der Partie: „Insgesamt war das eine ordentliche Leistung meiner Mannschaft. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit nochmal zurück ins Spiel gekämpft, dann aber verpasst den Ausgleich zu machen“, so der SGL-Coach, „jetzt stehen aber weitere schwere Spiele in Emsdetten und zu Hause gegen Konstanz an — dort wollen wir wieder punkten.“

 

Aaron Ziercke konnte zufrieden sein: “Vor diesem Spiel hatte ich richtig viel Respekt. Aber wir haben das letztendlich gut gemacht, waren in der Abwehr präsent und vorne auch gut im Spiel“, so der Gästetrainer, „zu Beginn der zweiten Halbzeit lassen wir dann Leutershausen erneut ins Spiel kommen, sodass sie bis auf ein Tor verkürzen können. Wir haben dann aber die Ruhe bewahrt und das Tempo etwas angezogen.“

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Wetzel (1), Salger (7), Räpple (1/1), Kupijai (1), Pfattheicher (4), Lierz, Ruß (1), Spohn (9), Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller (2)

 

TuS-N Lübbecke: Blazicko, Tatai — Genz, Kaleb (9), Bechtloff, Grabarczyk, Gierak (5), Tauabo (1), Gruszka, Torbrügge (2), Zetterman (8/4), Hövels (1), Remer (5/1)

 

Strafminuten: Nagel (2), Hübe (2), Wetzel (2), Salger (2), Kupijai (4), Kubitschek (2), Conrad (2) — Grabarczyk (6), Gierak (2), Torbrügge (4), Remer (2)

 

Zuschauer: 600

 


Guter Auftritt, keine Punkte

Dass die Auswärtsaufgabe in Eisenach keine leichte wird, das war schon vor Anwurf der Partie klar. Alle sechs Heimspiele entschieden die Thüringer in dieser Saison bisher für sich. "Wir wissen, dass dort die Trauben sehr hoch hängen", kündigte SGL-Coach Marc Nagel an. Doch was ist in dieser ausgeglichenen zweiten Bundesliga schon unmöglich? "Wir fahren dort hin, um auch etwas mitzunehmen", zeigte sich Matthias Conrad entschlossen. Ganz so gut lief es nicht: Die SGL hielt lange mit, brach dann aber ein, musste sich letztendlich mit 23:30 (13:14) geschlagen geben. 

 

Doch die "Roten Teufel" legten gut los. Schon im ersten Angriff hämmerte Junioren-Nationalspieler Stefan Salger den Ball zur 1:0-Führung in die Maschen  — es sollte vorerst die letzte bleiben. Denn die Abwehr stand noch nicht sicher: Auch Moritz Mangold, der den Vorzug vor Stammtorhüter Alexander Hübe bekam, konnte sich noch nicht auszeichnen. Um so wichtiger war es, dass auf die Rückraumschützen der SGL Verlass war — denn auf Rechtsaußen spielte mit Niklas Ruß ein Rechtshänder. Sascha Pfattheicher konnte die Reise nicht antreten, er lag krank im Bett. So war der ThSV, unterstützt von den gut 1722 Fans in der Werner-Aßmann-Halle, die spielbestimmende Mannschaft, kam im Angriff zu vielen leichten Treffern, führte nach zwölf Minuten im eigenen Wohnzimmer mit 6:4. Nach gut 15 Minuten drohte das Spiel der SGL aus der Hand zu gleiten, beim Stand von 8:5 nahm Nagel die erste Auszeit. Und das zeigte Wirkung. Im Angriff agierte man mit Marcel Möller und Alexander Kubitschek am Kreis, Mangold nahm im SGL-Kasten auch langsam Betriebstemperatur auf  — die Halle war kurzzeitig ruhig gestellt, als Jonas Kupijai nach 18 Minuten zum 8:8-Ausgleich einnetzte, es war wieder alles offen. Ruß dirigierte jetzt das SGL-Angriffsspiel, fand keine Anspiel-Station, und nagelte den Ball kurzerhand aus dem Stand zur 10:9-Auswärtsführung ins Eisenacher Tor. Bis zur Halbzeit blieb die Partie eng und umkämpft, Eisenach kam zurück, drehte die Begegnung wieder — nach 27 Minuten zeigte die Anzeigetafel 12:12, zur Halbzeit leuchtete eine 14:13-Führung für Eisenach. Aus SGL-Sicht ein Teilerfolg, für den vor allem der junge Mangold im SGL-Kasten verantwortlich war.

 

Die zweite Halbzeit begannen beide Teams nervös, technische Fehler bestimmte das Angriffsspiel beider Parteien. Und Mangold machte dort weiter, wo er mit dem Halbzeitpfiff aufhörte. Mit seinen Paraden hielt er die "Roten Teufel" im Spiel, so dass Marcel Möller den Ball mit dem Rücken zum Tor zum zwischenzeitlichen 15:15 einnetzen konnte (38.) — ein blinder Kracher unter die Latte, ein Treffer der Marke "Tor des Monats". Man spürte: Hier war etwas zu drin. Doch dann schlichen sich leichte Fehler ein, der Abschluss wurde zu früh gesucht — dann ging es ganz schnell: Zwei Gegenstöße brachten Eisenach mit 19:17 in Front (42.). Das Spiel drohte wieder einmal auf die Seite der Hausherren zu kippen — Nagel rief seine Jungs zusammen. Für ein paar Minuten bekam nun Hübe im SGL-Kasten die Chance, es galt schließlich einen Drei-Tore-Rückstand aufzuholen (19:22 nach 47.) — kurz darauf stand aber bereits wieder Mangold in der Hütte. Im Angriff war es Spohn, der die SGL mit seinen Treffern im Spiel hielt, insgesamt kam der beste Leutershausener Schütze auf sieben Treffer. Die SGL versuchte alles, doch der Rückstand wollte nicht schmelzen, vielmehr: Er wuchs noch weiter, eine 27:22-Führung für Eisenach acht Minuten vor Spielende. Schlimmer: Der Treffer in der 47. Minute blieb bis zum Abpfiff das vorletzte SGL-Tor der Partie, deren Ergebnis keineswegs die Leistung widerspiegelt. 

 

"Die erste Halbzeit war stark. Da haben wir alles umgesetzt, was wir uns auch vorgenommen hatten", so Möller, "das hat dann am Ende gar nicht mehr geklappt, ich habe keine Ahnung warum." Und auch Mangold schloss sich an: "In der zweiten Halbzeit haben wir dann zu viele technische Fehler gemacht", so der Junioren-Keeper, "das Ergebnis fällt dann natürlich zu hoch aus." 

 

"Wir haben bis zur 45. Minute einen sehr guten Job gemacht, unangenehm gespielt", so Nagel, "dann hatte ich den Eindruck, dass wir auswärts noch zu ängstlich sind. Wir nutzen unsere Chance nicht. Unterm Strich war das dann zu wenig, um hier mit Punkten rauszugehen. Trotzdem großen Respekt an meine Mannschaft, das war trotz der Niederlage wieder ein Schritt nach vorne." 

 

Christoph Jauernik, Cheftrainer des ThSV, zollte der SGL Respekt: "Das war sicherlich kein Zufall, dass es hier lange knapp war. Sie haben eine junge, starke Mannschaft — und wir wussten das." 

 

Und auch Nagel betonte nochmal, dass für die SGL in den nächsten Spielen um viel geht: „Wir haben jetzt erstmals drei Spiele hintereinander verloren — das ist für uns eine neue Situation“, so der Chefcoach, „jetzt kommt Lübbecke, danach fahren wir nach Emsdetten — es geht um jeden Punkt.“

 

SG Leutershausen: Mangold, Hübe (bei einem Siebenmeter und von 46. bis 49.) — Wetzel (1), Salger (6), Räpple (4/3), Spohn (7), Ruß (1), Kubitschek, Kupijai (3), Lierz, Conrad, Karpstein, Möller (1).

 

Strafminuten: Kubitschek (2), Möller (2)

 

 

Zuschauer: 1722


Starke Leistung, trotzdem verloren

SG Leutershausen muss sich Bietigheim 23:27 geschlagen geben

(rkü) Die Heimserie der SG Leutershausen ist gerissen: Gegen die SG BBM Bietigheim mussten die Roten Teufel von der Bergstraße eine 23:27 (15:14)-Niederlage einstecken. Damit gehen sie an am Doppelspieltag der 2. Handball-Bundesliga, in dem sie am Freitag bereits in Hüttenberg verloren, ohne Punkte aus. Leutershausen rutscht auf Rang neun der Tabelle, die SG BBM Bietigheim erobert die Tabellenspitze.

 

Dabei zeigten die Bergsträßer gegen eines der stärksten Teams der zweiten Liga eine mehr als ansprechende Partie. „Unsere Mannschaft hat heute trotz der Niederlage wieder einen Schritt nach vorne gemacht“, analysierte SGL-Trainer Marc Nagel nach dem Spiel. Sein Pendant Hartmut Mayerhoffer ergänzte: „Es wundert mich nicht, dass Leutershausen bis heute zu Hause ungeschlagen war. Das war heute eine sehr schwere Aufgabe. Den Unterschied hat am Ende ausgemacht, dass wir eine sehr starke Bank hatten, mit der wir über die vollen 60 Minuten gehen konnten. Trotz des Spiels am Freitag hatten wir noch ausreichend Körner.“

 

Bereits in der ersten Hälfte boten beide Mannschaften den gut 800 Fans in der Heinrich-Beck-Halle ein äußerst lebhaftes Handballspiel, geprägt von hohem körperlichem Einsatz und schnellen Spielzügen. Hohe Konzentration, zum Teil hochklassige Torhüterparaden, auch Fehler auf beiden Seiten - eine Melange, die die Stimmung im Baden-Württemberg-Derby an diesem Sonntag schnell an den Siedepunkt brachte. Und die Roten Teufel machten dem Favoriten aus Bietigheim das Leben richtig schwer - . Die ersten zehn Minuten gestalteten sie ausgeglichen, mussten sogar eine rote Karte gegen Mark Wetzel verkraften (8. Minute), den das Schiedsrichtergespann wegen einer Tätlichkeit des Spielfeldes verwies. Vom Verlust ihres Linksaußens ließen sie sich aber nicht weiter beeindrucken, sondern legten danach noch eine Schippe drauf. Zwischen der elften und 15. Minute zogen sie ihren Gegnern bis auf 10:6 davon - der Moment, in dem Hartmut Mayerhoffer erstmals die grüne Karte zur Auszeit zog. Die Schwaben bewiesen Qualität, konterten Zug um Zug, und in der 24. Minute waren sie wieder da: 11:11. Immerhin verstand es die Mannschaft von Marc Nagel nun, der SG BBM den Wind unter den Flügeln weg zu saugen. Sie verwickelte die Gäste in eine turbulente Schlussphase dieser ersten Hälfte, die sie nach einer Spitzenparade von Alexander Hübe schließlich für sich entschied: 15:14 hieß es zur Pause - und der Jubel auf der Teufelsbank war fast schon so groß wie nach einem Sieg. „Dass wir hier nach einem Spiel wie am Freitag vorne liegen, hätte wahrscheinlich niemand gedacht“, so Marc Nagel.

 

Nach dem Wiederanwurf verlor die Partie kaum an Intensität. Allerdings zwang Bietigheims Abwehr, jetzt noch schneller und flexibler als zuvor, die Roten Teufel zu Abschlüssen aus ungünstigen Situationen. Spohn, Salger und Co. blieben kaum noch Freiräume für ihre ansonsten harten Würfe. Die Gäste nutzten diesen minimalen Vorteil und holten sich die Führung zum 17:19 (40.). Aber nun war dies ein Spiel, in dem sich keine Mannschaft einer Führung zu sicher sein sollte. Denn nun drehte Leutershausen auf, zwang seine Gegner in Fehler und drehte das Spiel abermals: 21:20 führte die SGL nach 45 Minuten - alles wieder ausgeglichen. Zunächst jedenfalls. Bietigheim zeigte sich siegeswillig, mobilisierte Reserven - und zwar erfolgreich und unter tätiger Mithilfe ihres Torwarts Domenico Ebner: „Er hat zwei Mal doppelt gehalten - das ist für uns dann noch zu viel, um einen Punkt zu holen“, so Marc Nagel später. Bis zur 53. Minute erarbeiteten sich die Schwaben erst eine Drei-, dann eine Vier-Tore-Führung: Robin Haller verwandelte 21:25 - die Vorentscheidung? In jedem anderen Spiel vielleicht. In diesem handelte sich Bietigheim erst noch eine doppelte Strafzeit ein, die Leutershausen nutzte, um noch einmal auf zwei Tore zu verkürzen. Am Ende standen die Schwaben aber stabiler und nutzte die zuletzt offenere Spielweise der Hausherren aus. Zwei weitere Treffer von Robin Haller machten das 23:27 perfekt - der Endstand.

 

SG Leutershausen: Hübe, Magold, Wetzel, Salger 9, Räpple 2/1, Kupijai, Pfattheicher 2, Ruß, Bauer 2, Spohn 6, Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller 2.

 

SG BBM Bietigheim: Ebner, Trinkner, Haller 6, Rentschler 4, Dahlhaus 2, Schäfer 3/1, Schmidt 1, Babarskas 5, Barthe 3, Scholz 1, Doll, Emrich 1, Emanuel, Lohrbach 1.

 


SGL verliert in Hüttenberg

Die SG Leutershausen hat das Auswärtsspiel in der 2. Handball-Bundesliga beim TV 05/07 Hüttenberg mit 31:24 (14:11). Vor 969 Zuschauern liefen die „Roten Teufel“ die gesamte Partie einem Rückstand hinterher. 

 

Die Begegnung der beiden Aufsteiger begann nervös, beide Teams ließen in der Anfangsphase klarste Torchancen liegen, erst in der fünften Spielminute fiel der erste Treffer der Partie. SGL-Coach Marc Nagel nahm von Beginn an im Angriff seinen Schlussmann Alexander Hübe auf die Bank, spielte mit sieben Feldspielern. Doch es lief offensiv noch nicht rund — der TVN ging schnell mit 2:0 in Führung (7.). Matthias Conrad kam in die Partie, stabilisierte die Deckung, Hübe parierte und der erste SGL-Treffer der Partie fiel: Sascha Pfattheicher per Gegenstoß zum 2:1 (8.). Und auch in Überzahl wurden beste Wurfgelegenheiten ausgelassen, so zeigte die Anzeigetafel nach zehn Minuten lediglich einen Treffer für die „Roten Teufel“ an. Und es wurde nicht besser: die Abwehr wirkte nicht wach, Hüttenberg fand immer wieder die Lücke und zog davon: 7:2 nach 16 Minuten — Nagel hatte genug gesehen, zog die erste Auszeit. 

 

Mit der Einwechslung von Philipp Bauer kam zumindest im Angriff eine Waffe ins Spiel. Er netzte mit seinen ersten zwei Aktionen per Unterarmwurf ein. Die Abwehr blieb dennoch instabil, nahezu mit jeder Aktion konnten die Hausherren zum Torerfolg kommen, so stand es nach 23 Minuten bereits 11:6. So richtig wegziehen konnte der TVH aber nicht, ein kleiner Zwischenspurt der SGL brachte die Jungs von der Bergstraße zumindest wieder in Schlagdistanz (11:8 nach 24.). Christopher Räpple zeigte sich sicher vom Siebenmeterstrich, kurz darauf schlug Junioren-Nationalspieler Stefan Salger erstmals zu. Nur noch 12:10 — die SGL hatte sich wieder zurück in die Partie gekämpft. Dennoch ging man nach einer turbulenten ersten Spielhälfte mit einem 14:11-Rückstand in die Kabine. 

 

Die zweite Halbzeit knüpfte am Ende der ersten Spielhälfte an. Die SGL-Abwehr ließ viele Chancen zu, doch im Angriff bewies Valentin Spohn einmal mehr, dass er mit seinen 19-Jahren zurecht der beste Feldtorschütze der 2. Handball-Bundesliga ist. Auch das Zusammenspiel mit dem Kreis klappte nun besser, Marcel Möller verkürzte in der 35. Minute auf 17:15. Doch der Anschlusstreffer wollte nicht fallen, leichte Fehler schlichen sich ein, die Hausherren zogen wieder davon, 20:16 nach 38 Minuten. Der Vier-Tore-Rückstand blieb bis 15 Minuten vor Schluss bestehen, die SGL biss sich an der TVN-Abwehr die Zähne aus und auch die Gegentore fielen zu leicht — Schlussmann Hübe bekam kaum eine Hand an den Ball. Einzig Bauer und Spohn hielten die „Roten Teufel“ mit ihren Treffern im Spiel. Als der TVN dann aber acht Minuten vor Schluss auf 26:20 erhöhen, war die Niederlage so gut wie besiegelt. 

 

Nagel nach dem Spiel: „Wir haben Glück gehabt, dass wir in der ersten Halbzeit nicht unter die Räder gekommen sind“, sagte er, „der Sieg ist völlig in Ordnung — diesmal waren wir bis auf einen kurzen Moment chancenlos. Auswärts müssen wir mehr den Kopf einschalten.“ 

 

„Wir haben uns in der Anfangsphase ein bisschen einschüchtern lassen“, sagte Spohn nach dem Spiel, „Hüttenberg hat ihr Spiel gemacht, wir sind nicht zu unserem gekommen. Auch in der Abwehr sind die Tore viel zu leicht gefallen.“ Und auch Möller schloss sich an: „Wir kamen nie dichter als zwei Tore ran“, sagte der Kreisläufer, „das hat uns am Ende das Genick gebrochen.“ Auch der Sportliche Leiter, Uli Roth, ordnete die Niederlage ein: „Heute hat eine sehr junge Mannschaft gegen eine sehr abgezockte Mannschaft verloren — das hat am Ende den Ausschlag gegeben.“

 

Bereits am Sonntag geht es für die SGL weiter. Um 17 Uhr erwartet man in der Heinrich-Beck-Halle das Topteam der SG BBM Bietigheim. „Neben TuS N-Lübbecke ist Bietigheim aktuell die überzeugendste Mannschaft der Liga“, so Nagel, „ jeder Punkt, den wir jetzt holen, ist Bonus.“ 

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (ab 51.)— Wetzel (1), Salger (1), Räpple (3/2), Kupijai (1), Pfattheicher (4), Ruß, Bauer (3), Spohn (7), Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller (4). 

 

Strafminuten: Salger (2), Ruß (2), Bauer (2)

 

 

Zuschauer: 969


26:26-Remis - SGL bleibt zu Hause ungeschlagen

Das war mal wieder ein Nervenkrimi bis zum Schluss. Die SG Leutershausen trennt sich in ihrem Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 mit 26:26 (11:14) — Junioren-Nationalspieler Stefan Salger erzielte zwei Sekunden vor Schluss den umjubelten Ausgleich. 

 

Die Gäste aus Dessau starteten konzentriert in die Begegnung, spielten sich schnell gute Chancen und eine 2:1-Führung heraus (3.). Im SGL-Angriff konnte sich Coach Marc Nagel auf seine Rückraum-Shooter verlassen, die ersten Tore für die „Roten Teufel“ erzielten Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger. Doch es wollte im Angriff noch nicht so richtig laufen, nach zehn Minuten lief man noch einem 3:4-Rückstand hinterher. Rund 50 DRHV-Fans — die ihre Mannschaft lautstark unterstützten — mussten sich dann aber den ersten Führungswechsel ansehen. Salger netzte zum 5:5 (10.) ein, wenig später traf Niklas Ruß per Siebenmeter zur ersten SGL-Führung (14.). Doch das Spiel blieb knapp, die Führung übernahmen wieder die Gäste — 6:7 nach 15 Minuten, Nagel rief zur ersten Auszeit. 

Die Abwehr stand nun sicherer, SGL-Schlussmann Alexander Hübe kam mehr und mehr in die Partie, dennoch fanden die Gäste ein ums andere Mal die Lücke in der SGL-Abwehr: 7:8 nach 19 Minuten. Nun war auch die gut besuchte Heinrich-Beck-Halle da, Hübe parierte vom Siebenmeterstrich, Rechtsaußen Sascha Pfattheicher verwandelte per Kempa-Trick zum 8:8 (20.). Auch wenn die SGL die Minuten vor der Halbzeit in Unterzahl überstehen musste, der Spielstand blieb knapp. Im Angriff nahm Nagel seinen Schlussmann Hübe auf die Bank, setzte in Unterzahl auf die Variante mit dem sechsten Feldspieler. Aber Dessau spielte konzentriert, nutzte seine Möglichkeiten, kämpfte sich einen Vier-Tore-Vorsprung heraus, 10:14 nach 29 Minuten — mit der Schlusssirene verkürzte Christopher Räpple noch zum 11:14-Halbzeitstand.

 

„Gegen Hamm lief es in der ersten Halbzeit ja auch noch nicht“, bilanzierte Uli Roth, Sportlicher Leiter der SGL, in der Pause, „wir haben noch zu wenig Zugriff im Angriff.“ Und es wurde besser: Torwart Youngster Moritz Mangold setzte mit drei Paraden gleich zu Anfang ein Zeichen, im Gegenzug netzte erst Spohn zum 13:14-Anschlusstreffer (32.), kurz darauf Ruß vom Siebenmeterstrich zum 14:14-Ausgleich, unmittelbar danach die 15:14-Führung abermals durch Spohn. Nun stand die Halle Kopf, der SGL-Shooter sorgte zwischenzeitlich sogar für die Zwei-Tore-Führung (17:15 nach 39 Minuten). Doch so richtig absetzen konnte sich auch die SGL nicht, die Führung wechselte ständig, jede Aktion war umkämpft. in der 44. Minute waren wieder die Gäste in Front — es bahnte sich wie so häufig eine spannende Schlussphase an. Doch den schnellen DRHV-Mittelmann Vincent Sohmann bekamen die „Roten Teufel“ nicht in den Griff, einzig Alexander Hübe hielt die SGL im Spiel, Salger zum 22:23-Anschlusstreffer (53.), Räpple zum 23:23-Ausgleich (55.) — eine Minute vor Schluss stand noch die 25:26-Gästeführung. Doch dann kam der Lucky-Punch: Zwei Sekunden vor Schluss schmetterte Salger den Ball zum Ausgleich in die Maschen — die SGL bleibt weiterhin zu Hause ungeschlagen. 

 

„Ich denke wir können uns gegenseitig zum Punktgewinn gratulieren“, so Gästetrainer Uwe Jungandreas nach der Partie, „letztendlich war es aus meiner Sicht ein gerechtes Unentschieden.“ Und auch Nagel war glücklich: „Wenn man den Ausgleich kurz vor Schluss erzielt, muss man natürlich von einem gewonnen Punkt reden“, so der SGL-Coach, „wir haben am Anfang großen Respekt gehabt. Trotzdem ist es Wahnsinn, dass wir gegen diese Abwehr 26 Tore geworfen haben — in der zweiten Halbzeit haben wir uns zum Glück gesteigert und stark gekämpft.“

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (ab 27.) — Wetzel, Salger (5), Räpple (3), Kupijai, Pfattheicher (1), Ruß (8/4), Spohn (3), Pestinger, Kubitschek (1), Conrad, Karpstein, Möller (4). 

 

DRHV: Döhler, Ambrosius — Pavlicek (7/3), Donath, Wasielewski (5), Vanco (2), Sohmann (7), Sliwka (4), Pfeiffer, Schmidt, Schade, Hanner (1).

 

Strafminuten: Möller (2), Conrad (2), Salger (2), Kubitschek (2), Spohn (2), Kupijai (2) — Vanco (2), Sohmann (2), Sliwka (2), Schmidt (2), Schade (2). 

 

 Zuschauer: 700


MIMI KRAUS IM INTERVIEW


WAHNSINN! SGL besiegt auch den ASV Hamm

Die SG Leutershausen bleibt zu Hause ungeschlagen. Die „Roten Teufel“ haben in der 2. Handball-Bundesliga auch den ASV Hamm-Westfalen besiegt und wahren damit ihre weiße Weste in der heimischen Heinrich-Beck-Halle, 24:21 (10:13) der Endstand. 

 

„Das war ein Hammer-Spiel“, resümierte SGL-Coach Marc Nagel, „das können wir jetzt genießen.“ Der ASV startete besser in die Partie, kam zu einfach zum Torerfolg — die Konsequenz: ein früher 1:3-Rückstand. Und auch im Angriff lief es nicht rund, nur zwei erzielte Tore nach sechs Minute, 2:6-Rückstand —Nagel rief seine Jungs zur ersten Auszeit zusammen.

 

Doch es wurde nicht besser, die offensive ASV-Abwehr bereitete den „Roten Teufeln“ große Probleme, die Ballverluste häuften sich, 5:9 bereits nach zwölf Minuten. Die SGL kämpfte sich vor den Augen von Weltmeister Michael „Mimi“ Kraus zurück ins Spiel, Philipp Bauer zum 8:11. Die Abwehr wirkte nun aggressiver, auch die SGL-Rückraumschützen kamen besser ins Spiel. Kurz vor der Halbzeit wurde dann auch noch ASV-Schlussmann Dennis Doden zum Faktor — mit einem 10:13-Rückstand ging es in die Kabine. 

 

„Das war in den ersten 30 Minuten ein Klassenunterschied“, so Nagel, „unter normalen Umständen hätten wir dieses Spiel nicht gewonnen.“ Die zweite Spielhälfte begannen die „Roten Teufel“ besser, Valentin Spohn und Sascha Pfattheicher konnten auf 12:13 verkürzen (32.). Der ASV ließ nun beste Torchancen ungenutzt, Alexander Hübe erwies sich als starker Rückhalt. Spohn zum umjubelten 14:14-Ausgleichstreffer (35.). Das Spiel blieb knapp, Salger zum 16:16, Christopher Räpple kurz darauf zur 16:17-Führung. Es entwickelte sich eine hektische Schlussphase, zehn Minuten vor Abpfiff konnte sich die SGL erstmals mit drei Toren absetzen — Salger zum 22:19 (55.), Hübe zog dem ASV-Angriff den Zahn. „Hier hätten wir punkten müssen“, so Gästetrainer Nils Pfannenschmidt, „wir haben die SGL wieder zurück ins Spiel geholt — aber wer am Ende mit drei Toren führt, der gewinnt auch verdient.“

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (7.-14) — Möller (2), Wetzel, Salger (3), Räpple (7/6), Kupijai (1), Pfattheicher (3), Ruß, Bauer (5), Spohn (3), Pestinger, Kubitschek, Conrad. 

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck, Doden, Brosch (2), Fuchs, Fridgeirsson (4), Eggert, Ritterbach (4), Gudat (2), Zintel (2), Possehl (2), Savvas (4), Neuhold (1).

Strafminuten: Salger (2), Mangold (2), Wetzel (4), Ruß (2); Brosch (2), Fuchs (2), Neuhold (2).

 

Zuschauer: 500

 


Salger und Spohn geehrt

 

Die beiden Junioren-Nationalspieler der SG Leutershausen, Valentin Spohn und Stefan Salger, wurden heute im Rathaus Leutershausen offiziell für ihren Vize-Europameisterschaftstitel geehrt. Im August erreichten sie mit der deutschen U20-Auswahl in Dänemark das Endspiel — und mussten sich nur knapp in der Verlängerung gegen Spanien geschlagen geben.

 

„Klar war man anfangs etwas enttäuscht“, sagte Spohn, „aber Vize klingt dann doch viel besser als Dritter.“  Und auch Salger blickte zurück: „Das Finale war sehr eng, insgesamt war es aber ein super Turnier und eine große Erfahrung.“ Manuel Just, Bürgermeister der Gemeinde Hirschberg, gratulierte den beiden Talenten: „Das war eine besondere Leistung, der Handball hat hier in der Umgebung ja einen sehr großen Stellenwert. Gerade die SG hat schon viele Spitzenhandballer hervorgebracht — deshalb freut uns mich umso mehr für die jungen Spieler.“ 

 

Auch Uli Roth freut sich, dass die Nachwuchsarbeit an der Bergstraße so erfolgreich läuft: „Die jungen Spieler wissen, dass sie bei uns zum Einsatz kommen können“, so der Sportliche Leiter, „die Rahmenbedingungen bei der SGL sind professionell, wir ebnen dem Nachwuchs den Weg nach oben.“

 

„Ich möchte auch nicht Sascha Pfattheicher vergessen, der die EM nur aufgrund von einer Verletzung absagen musste“, ergänzte Just, „dennoch, kurz gesagt: Ihr habt ein „saustarkes“ Turnier gespielt — das wollen wir würdigen.“

 

Große Ehre: Spohn und Salger durften sich in das Goldene Buch der Gemeine Hirschberg eintragen. 

 

 

Die nächste Aufgabe findet bereits am kommenden Mittwochabend statt. Um 20 Uhr erwartet man in der heimischen Heinrich-Beck-Halle den ASV Hamm-Westfalen — auch Bürgermeister Just hat sich bereits  angekündigt. 

 


SGL hält in Rimpar lange mit

 

Am Ende war es keine eindeutige Sache. Die SG Leutershausen hat das schwere Auswärtsspiel bei den DJK Rimpar Wölfen lange offen gehalten — und letztendlich doch verloren. Mit 26:20 (13:12) musste sich die SGL in der s.Oliver-Arena in Würzburg vor gut 1.600  Zuschauern geschlagen geben. 

 

Den Start in die Partie hatten sich die „Roten Teufel“ anders vorgestellt. Die SGL-Abwehr stand noch nicht sicher, die „Wölfe“ aus Rimpar wirkten entschlossener, gingen bereits nach vier Minuten mit 3:1 in Führung. Im Angriff fanden die SGL-Jungs immer wieder die Lücke über den Kreis — Christopher Räpple hielt die Jungs von der Bergstraße vom Siebenmeterstrich im Spiel (7.). Doch die technischen Fehler wurden nicht weniger, Rimpar nutze das, zog zwischenzeitlich auf 8:5 weg (10.) — Grund genug für Marc Nagel die erste Auszeit zu ziehen. 

So richtig Wirkung zeigten seine Worte aber nicht, der Angriff wirkte weiter unsicher, mit der Einwechslung von Mittelmann Philipp Bauer kam mehr Struktur ins SGL-Angriffsspiel. Ballverluste wurden von den Hausherren aber weiterhin konsequent bestraft — die Gegenstöße kamen schneller als der SGL recht war — 11:7 nach 20 Minuten. Nach und nach stabilisierte sich die Deckungsformation, Schlussmann Alexander Hübe kam besser in die Partie, Bauer und Valentin Spohn sorgten im Gegenzug für die notwendige Torgefahr — in die Kabinen ging es mit einem Unterarm-Kracher von Bauer zum 13:12.

 

„Das war eine unserer schlechtesten Halbzeiten“, zog der Sportliche Leiter der SGL, Uli Roth,  bereits in der Halbzeit ein Fazit, „aber wir sind noch im Spiel — das macht Hoffnung für die zweite Spielhälfte.“

 

Und die begann mit einem gut aufgelegten Bauer, der es gleich zweimal hintereinander im „Wölfe“-Tor krachen ließ (33.). Die Begegnung blieb somit knapp, nur der Ausgleich wollte nicht fallen: Hübe verfehlte das leere Tor, Niklas Ruß scheiterte frei vor DJK-Schlussmann Max Brustmann — im Gegenzug netzen die „Wölfe“ per Kempa-Tor zum 20:17 ein (42.). Für Nagel Grund genug, um seine Jungs zur Auszeit zusammenzurufen. Junioren-Nationalspieler Spohn konnte zwar noch auf 20:18 verkürzen, der Zwei-Tore-Rückstand blieb aber bis zur 47. Minute bestehen. Immer wenn die SGL in Schlagdistanz war, schlichen sich kleine Unkonzentriertheiten und Fehler ein — in der 52. Minute zogen die Hausherren erstmals auf vier Tore davon (23:19), die SGL verlor den Anschluss, — musste sich am Ende mit 26:20 geschlagen geben. 

 

„Rimpar hat eine gute Deckung gespielt, dahinter war ihr Keeper Brustmann auch heute für die besonderen Momente zuständig“, sagte SGL-Coach Nagel, „ich glaube, dass wir über 40 Minuten einen guten Job gemacht haben, Kompliment an meine Mannschaft — wir haben uns über lange Zeit gut verkauft, daraus müssen wir lernen.“

 

Und auch DJK-Trainer Matthias Obinger hatte für die SGL viel Lob übrig: „Die Aufsteiger sind in diesem Jahr so stark wie nie — Leutershausen hat uns heute viel abverlangt.“ 

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (bei zwei Siebenmeter) — Wetzel, Salger (2), Räpple (4/4), Kupijai, Pfattheicher (1), Ruß (1), Bauer (6), Spohn (4), Pestinger, Kubitschek, Conrad, Möller (2).

 

Strafminuten: Salger (2)

 

Zuschauer: 1680

 


WAHNSINN! SGL ringt auch TUSEM Essen nieder

Die „Roten Teufel“ haben einen Lauf, die Heimstärke hält an. Nun wurde am Samstag der nächste hochkarätige Gegner, TUSEM Essen, in der heimischen Heinrich-Beck-Halle geschlagen. Am Ende stand ein 28:25-Heimsieg, man ist in der 2. Handball-Bundesliga zu Hause immer noch ungeschlagen — 11:5 Punkte stehen bereits auf dem Konto des Aufsteigers, der Höhenflug geht weiter.

 

 

Wie so häufig bahnte sich eine spannende Partie an. Die SGL startete gut, spielte sich schnell eine 2:1-Führung heraus (3.). Doch auch die Gäste zeigten, dass sie die fünf Stunden Busfahrt aus Essen nicht umsonst auf sich genommen haben. Angeführt von Mittelmann Michael Hegemann stellte der TUSEM eine aggressive Deckung, und kam im Angriff zu einfachen Treffern. Führungswechsel: 2:4 nach sieben Minuten. Es entwickelte sich eine enge Partie, jeder Ball war umkämpft — doch gerade auf die Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger war auf Seiten der SGL Verlass. Salger netzte bereits in den ersten 30 Minuten fünfmal ein und kam am Ende auf sieben Tore. Nun bekam auch SGL-Schlussmann Alexander Hübe die Hand an den Ball, sorgte mit seinen Paraden für den notwendigen Rückhalt, um die Führung zu verteidigen. Christopher Räpple zeigte sich sicher vom Siebenmeterstrich, Marcel Möller netzte zur 7:6-Führung. So richtig absetzen konnten sich die „Roten Teufel“ aber nie, zu oft war der Pfosten im Weg — Salger verwandelte mit dem Halbzeitpfiff zum 14:12.

 

Die ersten fünf Minuten der zweiten Spielhälfte gehörten SGL-Schlussmann Alexander Hübe. Fünf Paraden hintereinander, darunter ein vereitelter Siebenmeter. Doch auch sein Gegenüber Sebastian Bliß verhinderte, dass sich die Jungs von der Bergstraße weiter absetzen konnten. Im Essener Angriff wurde Hegemann immer mehr zum Faktor, hielt den TUSEM im Spiel — 19:18 nach 41 Minuten. Die Schlussphase wurde wie so häufig zur Nervenschlacht. Spohn und Bauer sorgten für die wichtigen Tore, Nachwuchskeeper Moritz Mangold kam ins Spiel und entschärfte sofort zwei Bälle. „Mo ist ja eigentlich noch A-Jugend“, so SGL-Coach Marc Nagel, „das war ganz wichtig — auch damit Hübe mal eine Pause bekommt.“ In den letzten Minuten erlaubten sich dann die Essener zu viele technische Fehler. Möller vom Kreis, Sascha Pfattheicher im Gegenstoß nutzten das eiskalt aus. Zudem lief Hübe wieder zu Hochtouren auf — 28:25, die nächste Sensation war perfekt. 

 

„Wir haben eine sehr, sehr starke erste Halbzeit gespielt, nur das Ergebnis hat nicht ganz gepasst“, so SGL-Coach Nagel, „am Ende bin ich natürlich sehr glücklich, mit 11:5-Punkten haben wir jetzt etwas in der Hand — es ist ganz wichtig die auswärts geholten Zähler auch zu Hause zu bestätigen.“

 

„Das Hauptproblem war bei uns der Angriff. Die Effektivität war einfach zu niedrig — zudem haben wir uns zu viele technische Fehler erlaubt“, so Gästetrainer Stephan Krebietke nach dem Spiel, „natürlich sind wir jetzt unglücklich, ansonsten haben wir eine halbwegs ordentliche Leistung abgeliefert — so ist das manchmal, wir müssen nach vorne schauen.“

 

Und auch die SGL schaut nach vorne: Bereits am Samstag wartet das schwere Auswärtsspiel beim Aufstiegskandidaten DJK Rimpar…

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Wetzel, Salger (7), Räpple (2/2), Kupijai (3), Pfattheicher (3), Ruß, Bauer (2), Spohn (6), Kubitschek, Conrad, Möller (4), Pestinger, Karpstein. 

 

TUSEM Essen: Bliß, Heissenberg — Beyer (3/1), Ellwanger (1), Schäfer, Schlüter (3), Keller (3), Hegemann (4), Roosna (2), Szczesny (6), Käsler, Seidel (2), Mürköster (1). 

 

Zeitstrafen: Kupijai (2) — Hegemann (2), Seidel (4). 

 

 

Zuschauer: 700

 


SGL siegt in Neuhausen

Es ist wie im Märchen, die "Roten Teufel" haben es schon wieder getan. Eine etablierte Mannschaft in der 2. Handball-Bundesliga geschlagen — und das auch noch auswärts. Diesmal musste der TV 1893 Neuhausen in der heimischen Hofbühlhalle dran glauben. Die SG Leutershausen zeigte eine starke Vorstellung und entführte die ersten beiden Auswärtspunkte der Saison aus Neuhausen — 22:25 (9:10) das Endresultat. 

 

In den ersten Halbzeit zeigte die SGL über weite Strecken zunächst eine durchwachsene Leistung, wirkte in den Anfangsminuten aber wacher und spielte sich schnell eine 1:3-Führung heraus (5.). Im SGL-Kasten war einmal mehr Alexander Hübe blendend aufgelegt, hielt die „Roten Teufel“ mehrfach im Spiel — die TVN-Schützen ließen unzählige freie Wurfgelegenheiten aus — verzweifelten schier am SGL-Keeper. Mit einer 9:10-Auswärtsführung ging es in die Kabine. 

 

„Unsere Chancenverwertung war nicht zufriedenstellend“, wusste auch TVN-Coach Aleksandar Stevic, „das Spiel haben wir ganz klar in der ersten Halbzeit verloren.“

 

Dann, in Spielhälfte zwei, startete der TVN aggressiver, die „Roten Teufel“ fanden nur noch mit großer Mühe die Lücke in der Abwehr der Hausherren. Es entwickelte sich eine umkämpfte Partie, die von vielen Zeitstrafen geprägt war, die Führung wechselte fast im Minutentakt. Mit einer überragenden kämpferischen Vorstellung konnte sich die SGL in der entscheidenden Phase etwas absetzen: 18:21 nach 54 Minuten. Immer wieder bewahrte SGL-Mittelmann Bauer, der genau wie Jonas Kupijai sein Comeback feierte, in den endscheidenden Situationen die Ruhe. Junioren-Nationalspieler Stefan Salger und Valentin Spohn scheiterten anfangs noch am gut aufgelegten Neuhausener Schlussmann Daniel Rebmann, in den wichtigen Situationen behielten aber auch sie die Oberhand. Als Hübe keine Hand mehr an den Ball bekam, sorgte Moritz Mangold für den notwendigen Rückhalt. Am Ende stand die 22:25-Führung — der Auswärtssieg war perfekt.

 

Marc Nagel war überglücklich nach dem Spiel: „Ich bin natürlich sehr zufrieden. Für mich war aber über 50 Minuten Neuhausen besser“, so der SGL-Coach, „Hübe im Tor war wieder einmal überragend und hat uns im Spiel gehalten. Das waren zwei ganz wichtige Punkte — wir sind in der zweiten Liga angekommen.“ Das kann man so sagen, nach sieben Spielen haben die Jungs von der Bergstraße bereits 9:5 Punkte auf dem Konto.

 

Über seine zwei Rückkehrer war Nagel besonders froh: „Jonas Kupijai hat uns in der Abwehr ungemein geholfen. Philipp Bauer war dafür im Angriff für die notwendigen Tore verantwortlich, die uns in den vergangenen Auswärtsspielen gefehlt haben.“ Mit sechs Treffern war der Mittelmann erfolgreichster SGL-Schütze. Am nächsten Samstag kommt TUSEM Essen in die Heinrich-Beck-Halle — vielleicht geht ja schon dann das Märchen weiter...

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Wetzel, Salger (4), Räpple (2/2), Kupijai, Pfattheicher (3), Ruß (3), Bauer (6), Spohn (4), Kubitschek (1), Conrad, Karpstein, Möller (2).

 

Zeitstrafen: Salger (2), Pfattheicher (2), Spohn (2). 

 

 

Zuschauer: 769.


DERBYSIEG!

Die Sensation ist perfekt! Die SG Leutershausen gewinnt das Derby in der 2. Handball-Bundesliga gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim mit 28:27 (14:15). Die „Roten Teufel“ zeigten eine überragende kämpferische Leistung, rund 1.200 Zuschauer peitschten die SGL zum Derby-Sieg. 

Das Spiel hielt alles, was es versprach. Die fast vollbesetzte Heinrich-Beck-Halle kochte von Anfang an. Doch die „Roten Teufel“ starteten nervös, leisteten sich unnötige Ballverluste im Angriff. Friesenheim wirkte wacher, nutze die Fehler gnadenlos aus — schnell lag die SGL mit 0:2 im Hintertreffen. Doch SGL-Schlussmann Alexander Hübe sorgte dafür, dass die Partie offen blieb, entschärfte erst einen Siebenmeter, kurz darauf einen Gegenstoß. Aggressive Deckungsformationen prägten die Phase danach, es wurde sich nichts geschenkt, die Stimmung wurde mit jeder Minute hitziger. So richtig absetzen konnte sich aber keines der beiden Teams. In Zahlen: 4:4 nach zehn Minuten, 8:8 nach 20. Die „Roten Teufel“ konnten sich mal wieder auf ihre Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger verlassen — Spohn netzte bereits in den ersten 30 Minuten fünfmal ein. Bei den Gästen sorgten Philipp Grimm und Alexander Feld für offensive Akzente. Das Resultat: eine 14:15-Auswärtsführung für Friesenheim.

Zweite Hälfte, gleiches Spiel. Die Teams schenkten sich nichts, ein unglaublicher Fight entwickelte sich. Die SGL-Abwehr wurde immer stärker, die „Eulen“ aus Friesenheim schafften es oftmals nicht, am überragenden Schlussmann Hübe vorbeizukommen. Blitztransfer Marcel Möller wirbelte am Kreis, zeigte einen starken Auftritt, netzte insgesamt fünfmal ein. Es wurde immer spannender, keine Mannschaft konnte sich eine klare Führung herausspielen, ein echter Handball-Krimi entwickelte sich. Als Sascha Pfattheicher zur 27:26-Führung (57.) traf, stand die Heinrich-Beck-Halle endgültig Kopf. Am Ende war es wieder der Rechtsaußen, der einen Angriff später mit einem frechen Heber zum umjubelten 28:27-Siegtreffer verwandelte — der Derbysieg war perfekt. 

Gästetrainer Ben Matschke zeigte sich nach der Partie als fairer Verlierer: „Wir waren heute nicht clever und abgebrüht genug, der Sieg ist letztendlich verdient.“ SGL-Coach Marc Nagel kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus: „Heute hat man gesehen, dass das Alter der Spieler keinen Ausschlag gibt — es war eine überragende kämpferische Leistung meiner Mannschaft. Wir wollten das Spiel so lange wie möglich offen halten — das ist uns gelungen. Vielen Dank an die unglaubliche Stimmung.“ 

Nach dem Derby-Sieg bekamen die SGL-Jungs auch finanzielle Unterstützung: Esconia in Kooperation mit der erozin.de GmbH aus Heppenheim spendete bereits im Vorfeld 500 Euro an Teufelsclub, die beiden Gesellschafter Reimar Bezzenberger vom Fachbuchverlag Dr. Müller-Bezzenberger und Axel Vögele vom BMW Mini-Service Peter Nick unterstützten die SGL mit jeweils 100 Euro. Zudem gab es pro Tor der „Roten Teufel“ fünf Euro von Anja Böhler von unserem Premium-Partner Flock-In GmbH aus Wiesloch — aufgerundet auf 150 Euro. 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (bei zwei Siebenmetern) — Wetzel, Zahn, Salger (4), Räpple (6/3), Pfattheicher (6), Lierz, Ruß, Spohn (7), Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller (5).

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier (25. — 30. Peribonio, ab 44.) - Heß, Feld (8/1), Dietrich (1), Durak (2), Grimm (10/4), Dippe (1), Slaninka, Schmidt (2), Weber (3), Falk,  Djozic.  

Zeitstrafen: Kubitschek (2), Conrad (4), Wetzel (2), Räpple (4) Salger (2), Bank (2); Schmidt (2), Falk (2), Dippe (4), Dietrich (2). 

Foto: Steffen Hoffmann


Bittere Niederlage beim      HC Empor Rostock

 

Rostock. Dass die SG Leutershausen gut drauf ist, das wurde schon in den ersten vier Saisonspielen der 2. Handball-Bundesligasaison klar. Nun, im zweiten Auswärtsspiel in Rostock, sah es für den Aufsteiger ebenfalls lange nach Punkten aus, über zwei Drittel des Spiels sogar — doch in den letzten 20 Minuten gelang der Mannschaft von Marc Nagel nur noch wenig. Am Ende war es denkbar knapp: Eine 32:33-Niederlage im Norden — ein Handballkrimi bis zum Schluss.

Dabei ging es so gut los. Die SGL machte dort weiter, wo sie im vergangenen Saisonspiel gegen den Wilhelmshavener HV aufgehört hatte. Eine kompakte, aggressive Abwehr baute sich vor SGL-Schlussmann Alexander Hübe auf, die Einstellung stimmte bei den Jungs von der Bergstraße. Zwei, drei schnelle Ballgewinne: 1:3-Auswärtsführung nach drei Minuten. Die Gastgeber aus Rostock hatten in der Anfangsphase vor allem im Angriff große Probleme, Niklas Ruß auf der vorgezogenen Deckung verunsicherte das Heimteam spürbar. Bereits nach 14 Minuten stand es 7:10 für die SGL — in der mit 560 Zuschauern nahezu ausverkauften OSPA-Arena herrschte für kurze Zeit Totenstille. Die „Roten Teufel“ stellten sich clever an: Hübe vernagelte das SGL-Tor, vorne sorgten wie gewohnt die Junioren-Nationalspieler Stefan Salger und Valentin Spohn für die notwendigen Treffer — die Torchancen wurden diesmal konsequent genutzt. Dann, fünf Minuten vor dem Seitenwechsel, eine weitere Schwächung für die Gastgeber: Julius Heil stößt SGL-Rechtsaußen Sascha Pfattheicher im Sprung — und sieht dafür die Rote Karte. Die Folge: Es wurde noch deutlicher: 13:18, eine Fünf-Tore-Führung zur Halbzeit. „Das war die beste erste Hälfte, die wir bisher gespielt haben“, sagte SGL-Coach Marc Nagel, „aber wir sind keine Mannschaft, die Spiele im Angriff entscheiden kann — sondern in der Deckung.“

Zweite Hälfte, gleiches Bild. Rostock wirkte zwar nun zielstrebiger im Angriff, ihren Fünf-Tore-Vorsprung verteidigte die SGL aber zunächst konsequent. In Zahlen: 18:23 nach 39 Minuten. Doch so richtig abschütteln ließen sich die Norddeutschen nicht. Zudem sah Salger kurz darauf seine zweite Zweiminuten-Zeitstrafe — und nahm vorsichtshalber erst einmal auf der Auswechselbank Platz. Und dann geschah Unerklärliches. Zwischen der 44. und 54. Minute gelang der SGL kein einziger Treffer, die Rostocker kämpften sich Tor um Tor zurück ins Spiel zurück — der 27:27-Ausgleich fiel in der 49. Minute, wenig später gingen die Hausherren sogar in Führung. Jetzt wurde es ganz bitter. Technische Fehler und unkonzentrierte Abschlüsse im Angriff — der HC zog bis auf 33:29 davon. Am Ende war der Kampf vergebens, mit der Schlusssirene warf Pfattheicher den Ball ans Außennetz — die Möglichkeit zum Ausgleich vertan. „Letztendlich hat die richtige Mannschaft gewonnen, für uns tut das natürlich erst einmal die nächsten Tage weh“, sagt Nagel nach der Partie, „in der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass Rostock die Punkte unbedingt haben wollte, aus diesem Spiel können wir viel für die Zukunft lernen.“ Auch der neunfache Torschütze Ruß war enttäuscht: „Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen“, so Ruß, „in der Schlussphase waren es zu viele leichte Fehler.“ Rostocks Trainer Robert Teichert war dafür überglücklich: „In der zweiten Halbzeit haben wir so Handball gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben.“ Eine ganz bittere Niederlage für die SGL, dieser Schock muss nun erstmal verdaut werden. Lange Zeit bleibt dafür nicht, denn schon am Samstag kommt die TSG Ludwigshafen-Friesenheim zum Derby in die Heinrich-Beck-Halle…

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Zahn, Wetzel, Salger (6), Räpple (3/2), Pfattheicher (4), Lierz (1), Ruß (9/3), Spohn (9), Kubitschek, Conrad, Karpstein. 

 


"Rote Teufel" kaufen Wilhelmshaven den Schneid ab

Mit einer Rumpftruppe gewinnt die SGL gegen den hohen Favoriten 31:30

 

(rkü) Was für eine Feier in der Heinrich-Beck-Halle: In einer von Schnelligkeit und Spielwitz geprägten Partie gewannen die Roten Teufel der SG Leutershausen gegen den Wilhelmshavener HV 31:30 (14:15). Damit brachten sie den stark favorisierten Nordlichtern die zweite Niederlage gegen einen Aufsteiger in Folge bei.

 

„Das waren die wichtigsten Punkte, die wir geholt haben, seit ich in Leutershausen bin“, sagte SGL-Trainer Marc Nagel nach der Partie. „Die Jungs waren heiß, sie haben daran geglaubt, dass sie  dieses Spiel gewinnen können, und sie haben es sich am Ende genommen. Und Wilhelmshaven gibt einem kein Spiel.“ WHV-Trainer Christian Köhrmann zeigte sich zunächst noch ziemlich baff: „Ich muss mich nach diesem Spiel erst einmal erholen. In der ersten Halbzeit hat die Abwehr noch gut gestanden, später haben wir zu viele Würfe zugelassen. Wir arbeiten hart, aber im Moment ist nicht mehr drin."

 

Bereits die erste Viertelstunde gehörte der SG Leutershausen. Ihr merkte man die Tatsache, dass sie in dieser Partie neben den Dauerverletzten Philipp Bauer und Jonas Kupijai auch auf ihren Kapitän Hannes Volk verzichten musste, kaum an. Spritzig kaufte sie den Gästen den Schneid ab, führte nach 13 Minuten 8:6. Danach aber häuften sich die Fehlwürfe. Leutershausen verpasste es, den Abstand zu vergrößern und ließ statt dessen Gegentreffer zu. Der WHV glich aus, der Vorteil der Hausherren aus der Anfangsphase verpuffte. Nach einer Auszeit der SGL sah es zunächst so aus, als könnten die Rot-Weißen das Heft des Handelns zurückholen, doch spielten die Gäste nun ihren körperlichen Vorteil aus. Bis auf 12:15 zogen sie davon, verpassten dann aber ihrerseits die Vier-Tore-Führung. Auf der anderen Seite gewann die SGL Durchschlagskraft und Witz zurück: Sascha Pfattheicher und Christopher Räpple nutzten die letzten siebzig Sekunden der Halbzeit und verkürzten auf 14:15.

 

„Beim 12:15 hätte ich nicht geglaubt, dass wir noch einmal zurückkommen. Da haben wir die Qualität von Wilhelmshaven gesehen“, so Nagel, „und auch bei einem 13:15 zur Pause hätte es wahrscheinlich nicht geklappt. Aber dieses 14. Tor hat den Jungs so viel Energie gegeben - das hat man in der Kabine schon gespürt."

 

Die zweite Spielhälfte startete ausgeglichen, ehe um Minute 40 herum die Hausherren die wieder nur gut 450 Zuschauer in der Halle zum Toben brachten: Wo nahm die Rumpftruppe von Marc Nagel nur diese Energie her? Alexander Hübe im Tor begeisterte mit Paraden, die Abwehr um Matze Conrad, Alexander Kubitschek und Stefan Salger mit Blocks gegen die körperlich starken Wilhelmshavener, Sascha Pfattheicher, Christopher Räpple und Niklas Ruß mit pfeilschnellen Gegenstößen - eine Zwei-Tore-Führung war der Lohn. WHV-Coach Christian Köhrmann zog die grüne Karte: Eine Auszeit, um den Lauf der Bergsträßer zu unterbrechen. Tatsächlich glich der WHV kurz darauf aus, aber noch immer erschien Leutershausen agiler und ideenreicher. Valentin Spohn, mit neun Treffern erfolgreichster Werfer der SGL, packte in dieser Phase des Spiels ein ums andere Mal die Fackel aus - harte Würfe aus dem Rückraum, die WHV-Goalie Adam Weiner vor unlösbare Aufgaben stellten.

 

Die Schlussminuten - reine Nervensache: Die SGL seit dem 26:25 in der 53. Minute immer einen Umlauf vorne - bis zum Siebenmeter beim Stand von 30:30 und der Zeit von 59:35 auf der Uhr. Christopher Räpple trat an und verwandelte sicher - und dann das Bangen: Würden es am Ende ein oder zwei Punkte werden? Der Wurfversuch des Wilhelmhaveners Tobias Schwolow in letzter Sekunde ging übers Tor: 31:30 - und der Jubel in der Heinrich-Beck-Halle nahezu grenzenlos.

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold, Zahn, Salger 8, Räpple 4/1, Pfattheicher 3/0, Lierz, Ruß 6, Spohn 9, Kubitschek 1, Conrad, Karpstein.

 

Wilhelmhavener HV: Bokesch, Weiner, Maas, Kalafut 1, Vorontsov 6, Köhler 3, Barkow 1, Mertens 6, Schweigart, Köhrmann 4, Kozul 1, Schwolow 7/1, Drechsler 1.


SG Leutershausen verpasst Coup in Saarlouis nur knapp

Die „Roten Teufel“ verlieren gegen die HGS 23:20 (10:11)

 

(rkü) Nur etwas mehr als fünf Minuten fehlten der SG Leutershausen, um den zweiten Coup innerhalb von drei Tagen perfekt zu machen: Bis zur 54. Minute hielten die „Roten Teufel“ das Südwest-Derby der 2. Handball-Bundesliga bei der HG Saarlouis ausgeglichen. Erst danach erspielten sich die Saarländer einen spielentscheidenden Vorteil. Am Ende mussten sich die Bergsträßer 23:20 geschlagen geben. Zur Halbzeit hatten sie noch 10:11 geführt.

 

„Einsatz, Kampf, Wille waren perfekt“, sagte Uli Roth, sportlicher Leiter der SGL, nach der Partie. „Ein Unentschieden wäre sicherlich verdient gewesen. In der Schlussphase haben wir uns aber einige einfache Fehler geleistet, den Gegner stark gemacht - und in einer so einer starken Halle wie in Saarlouis reicht es dann am Ende eben nicht."

 

Mit einem Blitzstart ging die Truppe von Mark Nagel in die Partie. Auf 1:4 zog sie nach acht Minuten davon, erhöhte dann gar noch auf 2:7 (11.). „Wir haben Saarlouis klar dominiert“, so Uli Roth. „Knackpunkt eins kam dann aber nach gut 20 Minuten - die Verletzung von Hannes Volk.“ Leutershausens Kreisläufer verletzte sich am Knie, musste raus. Ob er längerfristig ausfällt, soll eine Untersuchung Anfang dieser Woche ergeben. Die Mannschaft brauchte eine Weile, um den Verlust des Routiniers zu verkraften. Die Zeit nutzten die HGS zur Aufholjagd. Die Hausherren saugten sich bis auf ein Tor heran. Den knappen Vorsprung rettete die SGL in die Halbzeitpause.

 

Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanwurf glich Saarlouis aus, ging sogar in Führung - doch die SGL hielt dagegen und holte sich eine Zwei-Tore-Führung zurück. In der 41. Minute aber die Szene, die Uli Roth als „Knackpunkt zwei“ beschreibt: „Das war die doppelte Überzahl. Da haben wir versäumt Saarlouis entscheidend unter Druck zu setzen und zu treffen.“ Die Hausherren überstanden die kritische Phase nicht nur schadlos, Leutershausen musste selbst sogar auch noch eine Zeitstrafe verkraften. In der Bilanz dieser entscheidenden Minuten holte Saarlouis das 17:17-Unentschieden (46.). Die Halle erwachte nun vollends, die etwa 50 mitgereisten Leutershausener Fans kamen gegen die 1.700 Anhänger der HGS nicht an. „In einer solchen Situation kommen alle unter Druck - unsere jungen Spieler, aber auch die Schiedsrichter“, so Roth. Ein übriges tat der Torwart der Gastgeber, Darius Jonczyk. Er avancierte in diesen letzten Minuten zum Matchwinner seines Teams. Ob er eine Superphase hatte oder den Leutershausener Youngstern in diesem ersten Auswärtsspiel in der zweiten Liga einfach die Durchschlagskraft fehlte, wurde nicht vollends klar - jedenfalls fischte der Keeper einen Ball um den anderen weg. Getragen von der Welle der Euphorie gelang den Hausherren nun fast alles - und damit auch der 23:20-Endstand.

 

„Wir haben heute zwei Mannschaften gesehen, die mit vollem Willen um Platz 16 in der Liga kämpfen“, bilanzierte Roth, der vor allem der stabilen Abwehr eine ligareife Leistung attestierte: „Im Angriff dürfen wir gerne noch ein bisschen zulegen.“ Eine Bank für Leutershausen an diesem Abend einmal mehr Christopher Räpple, der sieben von sieben Siebenmeter-Versuchen sicher verwandelte. Roths Sorge galt nach dem Spiel vor allem der Verletzung von Hannes Volk: „Sollte er dauerhaft ausfallen, wird die Personaldecke so früh in der Saison schon sehr dünn.“

 

Das nächste Spiel bestreiten die „Roten Teufel“ am Freitag, 16. September: Um 20 Uhr empfangen die Bergsträßer den Wilhemshavener HV.

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold, Wetzel, Zahn, Räpple 7/7, Conrad, Karpstein, Kubitschek 1, Pfattheicher 5, Ruß 1, Salger 2, Spohn 4, Lierz, Volk.

 

HG Saarlouis: Schulz, Jonczyk, Faulenbach 14/4, Leist, Kessler, Walz P. 2, Murawski, Weißgerber 2, Schulz 2, Paetow 1, Polydore 1, Walz L.


Was für ein Fest! Aufsteiger Leutershausen feiert Sieg über Zweitliga-Routiniers aus Aue

Die SGL schlägt den Favoriten überraschend 26:21 (11:10)
(rkü) Die SG Leutershausen feiert die erste Heimsensation der Saison: Ohne die verletzten Leistungsträger Philipp Bauer und Jonas Kupijai gewannen die „Roten Teufel“ gegen den hoch favorisierten EHV Aue 26:21 (11:10). Selbst Leutershausens Sportlicher Leiter Uli Roth war nach 60 Minuten baff: „An so ein Ergebnis hätte ich nie geglaubt. Die Jungs haben heute über die komplette Distanz unfassbar diszipliniert gespielt - das war eine überragende Leistung des gesamten Teams.“ Bester Spieler der Partie und auch bester Werfer auf Seiten der Gastgeber war Valentin Spohn mit acht Treffern. Aues Coach Maik Handschke sagte später ernüchtert: „Unser Hauptproblem war die Einstellung. Wir haben die Leidenschaft vermissen lassen und Vieles verworfen - so gewinnt man keine Spiele. Nach dem Sieg gegen Dessau haben wir gedacht, das machen wir im Vorbeigehen."
Bereits das erste Ziel des Abends erreichte die SG Leutershausen mit Bravour: „Aue kann ein Spiel in der ersten Halbzeit entscheiden“, hatte Coach Marc Nagel vor der Partie orakelt, „das wollen wir verhindern.“ Das tat sein Team - und mehr als das. Nach einem kurzzeitigen Rückstand gegen den klaren Favoriten und Zweitliga-Routinier aus Sachsen zu Beginn des Spiels gingen die „Roten Teufel“ in Führung - und sie verteidigten den Vorsprung von ein, zwei Toren nach Kräften. Zur Entlastung hatten sie Thomas Zahn in ihren Reihen. Er hatte seine Karriere beim TVG Großsachsen in der 3. Liga eigentlich beendet, zog nun aber aufgrund der Verletzungen im Team der „Roten Teufel“ doch noch einmal das Handball-Trikot über. Und auch er erlebte eine Mannschaft mit Siegeswillen. „Wir haben mehr Selbstbewusstsein als in der Vergangenheit. In den ersten zehn Minuten waren wir sehr stark, dann zwischendurch ein bisschen leichtsinnig“, so Marc Nagel. Doch von einem zwischenzeitlichen Unentschieden (8:8 in der 21. Minute) ließ sich seine Mannschaft nicht kirre machen, sondern hielt gegen die anstürmenden Gäste stand. Dabei half ihr nicht nur ein glänzend aufgelegter Alexander Hübe im Tor, sondern auch die Leistung am eigenen Kreis. Der Lohn: die 11:10-Führung zur Pause. „Ganz stark, wie der der junge Valentin Spohn die Abwehr zusammenhält“, kommentierte Uli Roth das Geschehen. Nachdem er vor der Partie von „maximal einer Außenseiterchance“ gesprochen hatte, prophezeite er nach der ersten Hälfte einen knappen Ausgang des Spiels.
Nach dem Wiederanwurf erarbeitete sich der EHV leichte Vorteile und holte sich die 14:16-Führung (37.). „Da haben wir uns schwer getan“, ließ Nagel das Spiel Revue passieren, „ab die Mannschaft hat nie an sich gezweifelt.“ Die SGL konterte die Angriffe der Gäste durch Treffer ihrer Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger sowie von Christopher Räpple von der Siebenmeter-Linie - 17:17 (44.). Leutershausen gab mächtig Druck auf die Turbine, schnürte seinen Gegner förmlich ein. Und die „Roten Teufel“ trafen. Der Favorit aus Sachsen wankte deutlich - aber erst nach dem Treffer zum 24:20 durch Niklas Russ zwei Minuten vor Spielende begannen die 500 Fans in der Heinrich-Beck-Halle, an die Sensation zu glauben. Zurecht! Denn Sascha Pfattheicher und Hannes Volk erhöhten kurz darauf auf 26:20 - die Entscheidung. Zwei Sekunden vor der Sirene verkürzte Marc Pechstein noch zum Endstand von 26:21.
Bereits am Sonntag um 17 Uhr tritt die SGL zu ihrem ersten Auswärtsspiel in Saarlouis an - einem Zweitliga-Klassiker im Südwesten. „Wir würden uns wünschen, dass uns viele Fans bei dieser Aufgabe unterstützen“, so Marc Nagel.
SG Leutershausen: Hübe, Mangold, , Wetzel 1, Zahn, Salger 4, Räpple 2/2, Lierz, Volk 3, Russ 3, Spohn 8, Pfattheicher 5, Kubitschek, Conrad, Karpstein.
EHV Aue: Wetzel, Töpfer, Schäfer, Meinhardt 4, Roch 2, Bornhorn, Sigtryggsson, Faith, Jungemann 2, Gunnarsson, Remke 4, Runarsson 1, Paraschiv 4, Pechstein 4/1.

DER SPIELPLAN IST DA!

 

11.12.2016 17:00 Uhr: TV Emsdetten — SGL

17.12.2016 20:00 Uhr: SGL — HSG Konstanz

26.12.2016 18:00 Uhr: TuS Ferndorf — SGL

04.02.2017 20:00 Uhr: SGL — HSG Nordhorn-Lingen

 

10.02.2017 19:30 Uhr: VfL Bad Schwartau — SGL

17.02.2017 19:00 Uhr: EHV Aue — SGL

19.02.2017 17:00 Uhr: SGL — HG Saarlouis

25.02.2017 19:30 Uhr: Wilhelmshavener HV — SGL

04.03.2017 20:00 Uhr: SGL — HC Empor Rostock

11.03.2017 19:00 Uhr: TSG Lu-Friesenheim — SGL

18.03.2017 20:00 Uhr: SGL — TV 1893 Neuhausen

24.03.2017 19:30 Uhr: TUSEM Essen — SGL

01.04.2017 20:00 Uhr: SGL — DJK Rimpar Wölfe

07.04.2017 19:15 Uhr: ASV Hamm-Westfalen — SGL

13.04.2017 20:00 Uhr: Dessau-Roßlauer HV 06 — SGL

21.04.2017 20:00 Uhr: SGL —TV 05/07 Hüttenberg

23.04.2017 17:00 Uhr: SG BBM Bietigheim — SGL

29.04.2017 20:00 Uhr: SGL — ThSV Eisenach

10.05.2017 19:00 Uhr: TuS N-Lübbecke — SGL

20.05.2017 20:00 Uhr: SGL — TV Emsdetten

27.05.2017 20:00 Uhr: HSG Konstanz — SGL

03.06.2017 20:00 Uhr: SGL — TuS Ferndorf

 10.06.2017 18:00 Uhr: HSG Nordhorn-Lingen — SGL


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