SG Leutershausen

Die roten Teufel von der Bergstraße

Wilhelmshaven vor der Brust

Marc Nagel hat eine turbulente Woche hinter sich. Für den Cheftrainer der SG Leutershausen war die 26:27-Heimniederlage gegen die HG Saarlouis am vergangenen Sonntag der Startschuss für die ganz wichtigen Spiele in der 2. Handball-Bundesliga. Der Ball fand mit der Schlusssekunde den Weg ins SGL-Tor, diese knappe Niederlage, die schmerzte. „Sonst haben wir die ganz engen Spiele zu Hause immer für uns entschieden“, sagt er nach dem Spiel, „heute waren wir nicht clever genug — Saarlouis dafür schon.“ 
Diese Zähler fehlen den „Roten Teufeln“ nun, zumal die Auftritte zu Hause immer ein Garant für Punkte waren. Doch jetzt heißt es nach vorne schauen, die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe läuft bereits: Seit Montag bereiten sich die Jungs von der Bergstraße auf die Auswärtsfahrt in den Norden vor, am Samstag um 19.30 Uhr gastiert man beim Wilhelmshavener HV.  Nagel weiß um den Ernst der Lage, wie immer stellte er seine Truppe hochkonzentriert auf den Gegner ein, zudem durfte der ehemalige Nationalspieler noch am Mittwoch seinen 47. Geburtstag feiern. 
Doch der Spaß ist nun erstmal vorbei, die Zweitliga-Tabelle ist eng wie nie. Wilhelmshaven steht mit 18:26 Punkten auf Rang 13, die „Roten Teufel“ rangieren mit zwei Zählern mehr auf dem Konto auf Platz elf. „Wir müssen nun begreifen, dass das Abenteuerland vorbei ist“, warnt Nagel, „es geht um jeden Punkt.“ 
Und auch Uli Roth weiß, worauf es jetzt ankommt: „Wilhelmshaven ist ganz schlecht in die Saison gekommen, jetzt haben sie sich aber so langsam stabilisiert“, so der Sportlicher Leiter der SGL, „für uns war die Niederlage gegen Saarlouis natürlich erstmal sehr bitter und enttäuschend — doch nun wollen wir primär erstmal eine gute Leistung zeigen, wieder besser auftreten, damit das gute Gefühl wieder da ist.“ Denn die nächsten beiden Heimspiel-Gegner lauten HC Empor Rostock und TV 1893 Neuhausen. Roth: „Die stehen beide unten drin, da sind wir absolut in der Pflicht, wenn wir die Liga halten wollen.“ Und das ist schließlich das erklärte Ziel, seit Anfang der Runde.
Nun, in Wilhelmshaven muss Nagel wie schon beim VfL Bad Schwartau auf seinen Mittelmann Christopher Räpple verzichten, der aufgrund von beruflichen Gründen die Reise in den Norden nicht antreten wird. Zudem fällt Linksaußen Mark Wetzel weiterhin verletzt aus — sonst sind aber alle „Roten Teufel“ einsatzbereit. Nagel: „Wilhelmshaven spielt einen schnellen Ball, gerade zuhause sind sie extrem stark — das wird nicht leicht — aber in der Zweiten Liga gibt es keine leichten Aufgaben.“ Für den WHV lief das vergangene Woche deutlich besser, als für die Jungs von der Bergstraße: Am Doppelspieltag schlug man zunächst den ASV Hamm-Westfalen mit 23:21 in eigener Halle, die Auswärtsaufgabe beim Dessau-Roßlauer HV löste man ebenfalls souverän mit 33:28 — die Norddeutschen haben also einen Lauf. Und den möchten die „Roten Teufel“ — wenn möglich schon am Samstag — beenden…

 


SGL verliert gegen Saarlouis

Das war nichts für schwache Nerven. Die SG Leutershausen verliert den Handball-Krimi in der 2. Bundesliga in der Heinrich-Beck-Halle gegen die HG Saarlouis mit 26:27 (11:12). Martin Murawski sichert in der Schlusssekunde den Auswärtssieg für die Saarländer. Die „Roten Teufel“ müssen nun die dritte Niederlage in Folge einstecken und rutschen nun in der Tabelle auf Rang elf ab. 

 

Cheftrainer Marc Nagel wusste um die Ernsthaftigkeit der Lage: „In der Hinrunde haben wir diese knappen Spiele zuhause fast alle gewonnen. Wir müssen nun realisieren, dass für uns das Abenteuerland vorbei ist — unser nächstes Heimspiel gegen Rostock, das ist ein absolutes Muss-Spiel.“ Denn die Niederlage gegen Saarlouis schmerzt schon jetzt. 

 

Doch zum Anfang: Die Partie begannen die „Roten Teufel“ stark, die Gäste aus Saarlouis versuchten die „Roten Teufel“ mit einer sehr offensiven Deckung zu schocken. Doch die SGL kam gut damit zurecht, wusste durch viel Laufarbeit die Lücken in der Gäste-Abwehr zu nutzen — Jonas Kupijai netzte in der fünften Minute zur 3:1-Führung. Und auch die SGL-Abwehr stand besser als in den vergangen Auswärtspartien beim VfL Bad Schwartau und EHV Aue, zudem sah Philipp Kessler bereits in der zehnten Minute nach grobem Foulspiel gegen Jonas Kupijai die Rote Karte — die HG schon früh geschwächt, Valentin Spohn erhöhte auf 7:2 (14.), HG-Trainer Jörg Bohrmann sah sich gezwungen, die Auszeit zu nehmen.

 

Doch es wurde aus HG-Sicht nicht besser, zwei schnelle Treffer von Niklas Ruß sorgten zum 9:2 nach 16 Minuten — die Gäste kamen noch überhaupt nicht ins Spiel, auch nach 18 Minuten standen immer noch zwei Auswärtstore, Bohrmann rief zur zweiten Auszeit. Saarlouis fand nun besser ins Spiel, verkürzte auf 10:6 (22.), die „Roten Teufel“ trafen zu diesem Zeitpunkt das Tor nicht mehr. Yann Polydore hielt die Gäste im Spiel, traf fünf Minuten vor der Pause zum 11:8 — SGL-Cheftrainer Nagel merkte, dass die Partie langsam kippte und nahm seine erste Auszeit. Viel Wirkung zeigte diese Maßnahme aber nicht, Saarlouis machte weiter Druck, ging mit dem Halbzeitpfiff sogar in Führung, der Sieben-Tore-Vorsprung war verspielt — 11:12 der Pausenstand. 

 

Und Saarlouis knüpfte an der Leistung der Schlussphase der ersten Halbzeit an. Während sich im SGL-Angriff technische Fehler einschlichen, nutzen die Gäste ihre Chancen konsequent, 15:17 nach 40 Minuten. Die SGL-Abwehr aus der Anfangsphase wurde schmerzlich vermisst, die HG kam zu einfachen Toren aus dem Rückraum, zumindest Marcel Möller hielt die „Roten Teufel“ mit seinen Treffern im Spiel, Kupijai sorgte in der 44. Minute erstmals wieder für die 19:18-Führung. Und auf einmal lief es wieder: Salger baute den Vorsprung auf 21:18 aus, Alexander Hübe bekam nun auch mehr zu „Packen“. Doch die Begegnung blieb knapp, keines der beiden Teams konnte das Spiel vorzeitig für sich entscheiden, fünf Minuten vor Schluss stand es noch immer 23:23, eine Minute vor Spielende 26.26 — und dann parierte Hübe, die Halle stand Kopf. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, die Schlusssekunden hektisch — Murawski löste mit seinem Treffer Jubelstürme der Gästefans und zeitgleich tiefes Entsetzen bei den SGL-Anhängern aus.

 

Nagel nach der Partie: „Wir haben heute zwei fast identische Halbzeiten gesehen, haben unglaublich viel investiert — in den letzten zwei Minuten beider Spielhälften waren wir nicht clever genug.“ Sein Gegenüber, Bohrmann, konnte zufrieden sein: „Wir haben nie aufgesteckt, eine unglaubliche Moral gezeigt und weiter mutig gespielt — das war der Schlüssel zum Erfolg.“

 

SG Leutershausen: Hübe (Paraden: 14), Raúl Lazaro García (n.e.) — Wetzel, Salger (6), Räpple (3/1), Kupijai (4), Pfattheicher (4), Ruß (2), Bauer (1), Spohn (2), Kubitschek, Conrad, Möller (4), Lierz, Karpstein.

 

HG Saarlouis: Schulz (ab 45.; Paraden: 1), Jonczyk (Paraden 5) — Faulenbach (7), Meoki-Etxebeste, Kessler, P. Walz (2), Murawski (3), Weissgerber (2/2), Müller, Paetow (1), Polydore (6), Engels (1), Leist (5), Schulz, L. Walz. 

 

Strafminuten: Kupijai (4), Kubitschek (2) — Kessler (Rote Karte), Engels (2), Polydore (2)

 

Zuschauer: 750

 


SGL verliert in Aue

Vor dem Auftakt im Erzgebirge konnte Marc Nagel zumindest etwas aufatmen. Der Cheftrainer der SG Leutershausen konnte vor der Auswärtsaufgabe beim EHV Aue wieder mit Christopher Räpple, Alexander Kubitschek und Marlon Lierz planen — einzig Mark Wetzel fällt noch länger aus.  Für Punkte hat es dennoch nicht gereicht: Die SGL verliert in der Erzgebirgshalle mit 23:27 (10:13)
Die „Roten Teufel“ starteten gut in die Begegnung, SGL-Schlussmann Alexander Hübe glänzte in den ersten zwei Angriffen mit zwei Paraden, im Gegenzug netzte Sascha Pfattheicher zur 1:0-Auswärtsführung (3.). Kurz darauf schlichen sich im SGL-Angriffsspiel leichte Fehler ein, die Jungs von der Bergstraße kamen mit der offensiven 5:1-Deckung der Hausherren nicht zurecht — Aue kam zu schnellen Ballgewinnen, drehte die Partie (1:3 nach 7.).  
Nagel reagierte, brachte in der Offensive Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn für Jonas Kupijai. Doch auch weiterhin bestimmten viele Fehler die Begegnung, die Hausherren wussten diese besser für sich zu nutzen — gingen in der 14. Minute erstmals mit drei Toren in Front: 3:6. Die „Roten Teufel“ versuchten es nun mit Philipp Bauer auf der Mittelposition, Nagel gab Räpple eine Pause. Mit Marcel Möller kam zudem eine frische Kraft am Kreis, der Rückstand aber wollte nicht schmelzen — im Gegenteil, er wuchs: 6:10 nach 20 Minuten, Nagel nahm die Auszeit. 
Einzig Hübe hielt die SGL zu diesem Zeitpunkt mit seinen Paraden noch am Leben — auf der Gegenseite scheiterten die Jungs von der Bergstraße reihenweise an EHV-Schlussmann Robert Wetzel: Dann traf Bauer schließlich fünf Minuten vor der Halbzeit zum 8:10. Doch näher kam man nicht heran, die Wurfquote der SGL war in den ersten 30 Minuten katastrophal, Räpple traf noch zehn Sekunden vor dem Gang in die Kabine vom Siebenmeterstrich zum 10:13-Halbzeitstand.
Die „Roten Teufel“ verschliefen förmlich den Auftakt der zweiten Spielhälfte: Fehlpässe, Fehlwürfe — und schon stand es 11:16. Spohn hielt die SGL mit dem 14:19 noch in Schlagdistanz (39.). Die Partie wurde hitziger, Nagel stellte wieder auf die 5:1-Deckung mit Niklas Ruß auf der vorgezogenen Position um. Im Angriff richtete es Salger fast im Alleingang, Ruß traf zehn Minuten vor Schluss zum 20:23 — die Partie war kurzzeitig wieder offen, als dann aber das 20:26 (54.) fiel, war die Partie entschieden.
Nagel nach der Partie: „Wir haben das gezeigt, wozu wir in der Lage sind — haben über 60 Minuten gekämpft. Am Ende haben wir es vielleicht verpasst unsere Chancen zu nutzen, da haben wir unsere Linie verloren.“ EHV-Trainer Stefan Swat war zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir hatten riesigen Respekt vor Leutershausen, sie haben echt starke individuelle Klasse in ihren Reihen — wir haben unter der Woche super gearbeitet, heute haben wir abgeliefert — wir sind wieder in der Spur.“
Schon am Sonntag geht der Doppelspieltag weiter: Um 17 Uhr erwartet die SGL in der Heinrich-Beck-Halle die HG Saarlouis zum Heimspiel.
SG Leutershausen: Hübe, Raúl Lazaro García — Salger (4), Räpple (1/1), Kupijai (2), Pfattheicher (1), Spohn (5), Kubitschek, Bauer (3), Lierz, Ruß (4/2), Conrad, Karpstein, Möller (3).
Strafminuten: Salger (2)
Zuschauer: 1200

SGL verpflichtet Rolka

Maximilian Rolka wird ab der kommenden Handball-Saison 2017/2018 für die SG Leutershausen auflaufen. Der 20-Jährige wechselt von der Drittliga-Mannschaft „Junglöwen“ der SG Kronau/Östringen an die Bergstraße und erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag. Foto: CLS

 

„Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, einen neuen Trainer, eine neue Mannschaft“, so Rolka, „zudem kenne ich viele Spieler, die nach Leutershausen gewechselt sind und sich dort positiv entwickelt haben — deswegen bin ich zuversichtlich, dass ich dort eine gute Zeit haben werde und dort besser werden kann.“

 

Rolka besitzt sowohl die deutsche als auch polnische Staatsbürgerschaft — der Halblinke ist fester Bestandteil der polnischen Junioren-Nationalmannschaft.

 

„Durch den Abgang von Valentin Spohn mussten wir eine Lücke schließen, mit Max haben wir nun eine sehr gute Besetzung gefunden — wir sind sehr glücklich darüber“, so Uli Roth, Sportlicher Leiter der SGL, „er ist schnell, torgefährlich, stark im Eins-gegen-Eins, kann aber auch aus dem Rückraum werfen und passt natürlich perfekt in unsere Philosophie auf junge Spieler zu setzen.“

 

 

Bereits am am Wochenende wartet ein Doppelspieltag auf die „Roten Teufel“: Am Freitag um 19 Uhr muss die SGL in der 2. Handball-Bundesliga beim EHV Aue antreten, am Sonntag um 17 Uhr kommt die HG Saarlouis in die Heinrich-Beck-Halle. 

 


Chancenlos in Schwartau

Die SG Leutershausen kehrt aus dem Norden ohne Punkte zurück. Bei der 21:30 (8:18)-Auswärtsniederlage beim VfL Bad Schwartau in der 2. Handball-Bundesliga waren die „Roten Teufel“ von Anfang bis Ende chancenlos — doch bereits am kommenden Freitag steht die nächste Auswärtsaufgabe beim EHV Aue an. 
Die „Roten Teufel“ mussten die Reise in den Norden mit einem dezimierten Kader antreten. Mittelmann Christopher Räpple fehlte aus beruflichen Gründen — Mark Wetzel, Alexander Kubitschek und Marlon Lierz fielen wegen Krankheit oder Verletzung aus. Also liefen die Jungs von der Bergstraße mit einer kleinen Truppe in der Lübecker Hansehalle auf. 
Einzig in der Anfangsphase konnten die Jungs von der Bergstraße dem VfL standhalten, Valentin Spohn netzte nach knapp drei Minuten zur 2:1-Auswärtsführung. Doch Schwartau drehte schnell das Spiel, ging in der achten Minute erstmals sogar mit fünf Toren in Führung (3:8). Alexander Hübe bekam im SGL-Tor noch keine Hand an den Ball, sein Gegenüber Dennis Klockmann vernagelte das Tor — SGL-Cheftrainer Marc Nagel nahm die Auszeit und brachte Philipp Bauer für den Angriff. Auch in der Deckung stellte Nagel um, setzte auf die 5:1-Variante mit Niklas Ruß auf der vorgezogenen Position — enger wurde die Partie aber nicht. Nach zehn Minuten ohne Torerfolg sorgte Marcel Möller wieder für ein Erfolgserlebnis der „Roten Teufel“. Zudem tauschte Nagel im SGL-Kasten, Moritz Mangold sorgte sofort mit zwei Paraden für wichtige Akzente (5:10 nach 18 Minuten). Doch die Abwehr blieb weiterhin zu passiv, die technischen Fehler häuften sich, der VfL nutzte jede Unaufmerksamkeit aus und zog davon — 8:18 der ernüchternde Pausenstand.
„Das war irgendwie typisch, wir haben die erste halbe Stunde verschlafen“, so Abwehrchef Matthias Conrad, „die langen Auswärtsfahrten können wir noch nicht.“ 
Und es wurde noch bitterer: Die Hausherren kamen auch besser aus der Kabine, konterten die Jungs von der Bergstraße eiskalt aus — beim VfL war nahezu jeder Wurf ein Treffer. Der SGL-Rückstand wuchs weiter, als Jonas Kupijai zum 12:23 traf (38.), war die Begegnung schon lange entschieden. Zwischenzeitlich parierte Hübe, Stefan Salger traf im Gegenzug zum 15:23 (41.) — ein Funke Hoffnung kam bei den über 60 mitgereisten SGL-Fans auf, die Stimmung war zwischenzeitlich gut. Doch Antonio Metzner stellte schnell wieder den alten Zehn-Tore-Abstand her — 15:25 nach 45 Spielminuten. Einzig Salger konnte im Angriff noch für Erfolgserlebnisse sorgen,  die zweite Halbzeit gewann man knapp, gegen die 21:30-Pleite konnte er sich aber auch nicht wehren — am Ende war er mit sechs Treffern erfolgreichster SGL-Schütze. 
Und Nagel urteilte nach dem Spiel: „Die Niederlage war verdient, in der ersten Halbzeit hatten wir gar nichts dagegen zu setzen — dann kommt so ein Ergebnis zustande. Heute haben auch wichtige Spieler gefehlt, das war in der Summe dann etwas zu viel. Zumindest haben wir in der zweiten Halbzeit noch Charakter gezeigt und für unsere Fans gekämpft.“ Der Cheftrainer wusste aber auch, dass man beim VfL Bad Schwartau nicht unbedingt punkten musste: „Die Reise war schön, die Unterstützung war schön, die Halle war schön — vielleicht war alles ein bisschen zu schön.“
Doch jetzt wollen die „Roten Teufel“ positiv in die Zukunft schauen, bereits am Freitag spielt man beim EHV Aue, am Sonntag ist die HG Saarlouis in der Heinrich-Beck-Halle zu Gast — ein Doppelspieltag, bei dem man unbedingt punkten möchte…
SG Leutershausen: Hübe, Mangold (ab 13. bis 26.) — Salger (6), Conrad, Kupijai (2), Pfattheicher (2), Bauer (1), Spohn (2), Ruß, Karpstein (4/3), Möller (4).
Strafminuten: Spohn (2), Salger (4), Ruß (2)
Zuschauer: 1900

Spohn nach Balingen

Valentin Spohn wird die  SG Leutershausen verlassen und in der kommenden Saison für die  HBW Balingen-Weilstetten in der DKB Handball-Bundesliga auflaufen. Der  19-Jährige kam vor drei Jahren als Jugendspieler von der  SG Pforzheim/Eutingen an die Bergstraße und reifte bei den „Roten Teufeln“ zum  Junioren-Nationalspieler. Im vergangenen Jahr machte er mit vielen Treffern in seiner ersten Zweitliga-Saison auf sich aufmerksam, ist mit aktuell  115 Toren der Top-Feldtorschütze im Handball-Unterhaus.

 

„Für uns ist das natürlich zunächst einmal schade“, so  Uli Roth, Sportlicher Leiter der SGL, „aber wir sind nun mal ein Ausbildungsverein, wir haben aus ihm einen Bundesliga- und Nationalspieler geformt — darauf sind wir natürlich auch sehr stolz und wünschen ihm  alles Gute in der ersten Liga.“ Spohn hat richtig Lust auf die neue Herausforderung: „Ich freue mich mit  Davor Dominikovic und  Martin Strobel zusammen zu spielen, durch die Erfahrung kann ich mich dort optimal weiterentwickeln.  In Balingen ist das Umfeld ähnlich  familiär wie in Leutershausen —auch das gefällt mir sehr gut.“

 

Bei den  „Galliern von der Alb“ erhält der Junioren-Nationalspieler einen  Zwei-Jahres-Vertrag. Und auch sportlich hat er sich bewusst für den  HBW entschieden: „Balingen ist ein Team, bei dem ich hoffe auch schon früher eine größere Rolle einzunehmen und auch wirklich aktiv ins Spielgeschehen eingreifen zu können — das ist sehr wichtig für meine weitere Entwicklung.“ Der Fokus liegt aber zunächst noch bei den  „Roten Teufeln“: „Ich werde nun aber erstmal alles dafür geben, dass wir mit der SGL die Klasse halten — mein Fokus liegt komplett auf der SGL, ich hänge mich voll rein.“ 

 

Am  Freitagabend um 19.30 Uhr steht für die Jungs von der Bergstraße in der 2. Handball-Bundesliga die nächste Auswärtsaufgabe beim  VfL Bad Schwartau an.


SGL besiegt auch Nordhorn

Der Wahnsinn geht weiter, die SG Leutershausen mischt auch im Handballjahr 2017 die 2. Handball-Bundesliga auf. Mit 30:28 (18:14) schicken die „Roten Teufel“ die HSG Nordhorn-Lingen vor gut 700 Zuschauern in der Heinrich-Beck-Halle nach Hause — ein Handballfest an der Bergstraße. 

 

SGL-Cheftrainer Marc Nagel kündigte bereits im Vorfeld eine „Mammut-Aufgabe“ an, Gästetrainer Heiner Bültmann erwartete eine „hitzige Atmosphäre“. Zurecht, denn die HSG hatte noch zu Leutershausener Zweitliga-Zeiten die vergangenen zwei Duelle verloren. Nun traten sie anfangs  mutiger auf, obwohl die Gäste-Truppe mit erheblichen Verletzungsproblemen im Rückraum zu kämpfen hatte. In der Anfangsphase war es immer wieder Jens Wiese, der bei der HSG für die offensiven Akzente sorgte — 3:4 nach fünf Spielminuten. Zu diesem frühen Zeitpunkt stand die SGL-Abwehr noch nicht, Alexander Hübe bekam noch kein Ball zu fassen. Doch dann blühte der Angriff der „Roten Teufel“ immer mehr auf, Niklas Ruß versenkte nach knapp zehn Minuten zur ersten Heim-Führung (6:5). In der ersten Spielhälfte entwickelte sich eine umkämpfte Partie mit vielen Zeitstrafen und Siebenmetern — die Rückraum-Achse der SGL fand immer wieder Marcel Möller am Kreis, der 26-Jährige war kaum zu halten. Vom 10:8 von Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn, über 14:11 bauten die Hausherren ihre Führung zur Halbzeit auf 18:14 aus. Einzig Alexander Terwolbeck hielt die Gäste mit seinen schnellen Täuschungen im Spiel und fand oftmals die Lücke in der SGL-Abwehr. 

 

„Wir hatten ja diesmal viel Zeit uns auf die Partie vorzubereiten“, so Nagel, „in den ersten Minuten hat unsere Torhüterleistung nicht so ganz gepasst — das hat sich dann aber ja zum Glück zum Guten entwickelt.“ Da hat er Recht, Hübe kam in den zweiten 30 Minuten immer besser ins Spiel, entschärfte viele Würfe der Nordhorner Rückraumschützen. Die Führung wuchs und wuchs, mit dem 21:16 durch den starken Jonas Kupijai zog die SGL erstmals mit fünf Toren in Front — die Weichen standen auf Sieg. Mit von der Partie war erstmals auch wieder Mittelmann Philipp Bauer, der während der WM-Pause erfolgreich seine Verletzung auskurieren konnte. Gästetrainer Bültmann versuchte nochmal einiges, aber die „Roten Teufel“ waren zu entschlossen, gingen zwischenzeitlich sogar mit sieben Treffern in Führung (27:20 nach 50 Minuten). In der Schlussphase wurde es dann nochmal knapp, Nordhorn probierte alles, kämpfte sich in der Schlussminute noch auf zwei Tore heran (29:27) — doch die zwei Punkte ließen sich die Jungs von der Bergstraße nicht mehr nehmen. 20:18 Punkte stehen nun auf dem Konto der „Roten Teufel“, mehr Gewinn- als Verlustpunkte — der Handballwahnsinn geht weiter. 

 

„Das war natürlich schwierig für uns heute, wir sind mit drei Rückraumspielern hier hergefahren“, so Bültmann nach dem Spiel, „das muss man dann so akzeptieren — Leutershausen war auch stark.“ Und Nagel ergänzte: „Ich bin sehr, sehr glücklich. Wir hatten heute eine gute Abwehr, eine disziplinierten Angriff — das hat gepasst.“  

 

„Entscheidend war heute der Teamgeist“, bilanzierte Marcel Möller, „so können wir wirklich jeden schlagen — das ist noch besser als in der Hinrunde.“ Sascha Pfattheicher: „Das war schon recht überraschend, dass es so gelaufen ist — nach so einer Pause weiß man das nie, am Ende haben wir es nochmal unnötig spannend gemacht.“

 

Das exakte Ergebnis tippte Hannes Lochbühler, der ehemalige Feldhandball-Torhüter der SGL richtig und freute sich über ein handsigniertes Trikot von Sascha Pfattheicher.

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Salger (3), Räpple (3/3), Kupijai (3), Pfattheicher (2), Klapdohr, Ruß (6/2), Bauer (3), Spohn (4), Kubitschek (3), Möller (3). 

 

HSG Nordhorn Lingen: Kaleun, Buhrmester — Verjans, Schumann, Mickal (5/1), Fraatz, Poll, Rooba (2), Terwolbeck (7), de Boer (1), Wiese (9/1), Madsen (1), Seidel (3/1). 

 

 

Strafminuten: Kubitschek (2), Conrad (2), Spohn (2) — Schumann (4), de Boer (4). 

 


Möller verlängert Vertrag

Marcel Möller hat seinen Vertag bei der SG Leutershausen um ein weiteres Jahr verlängert. Der Kreisläufer wird auch in der kommenden Saison 2017/2018 für die „Roten Teufel“ auflaufen. 

 

„Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit hier, habe großes Vertrauen in den Trainer — das sind schon wichtige Gründe“, so der 26-Jährige, „das familiäre Umfeld ist hier einfach super, in der Mannschaft habe ich mich seit dem ersten Tag an wohl gefühlt — da musste ich nicht lange überlegen.“ 

 

Möller kam während der Hinrunde aufgrund der schweren Verletzung von Kapitän Hannes Volk an die Bergstraße. Er spielte zuvor noch für das Juniorteam der SG Flensburg-Handewitt in der 3. Liga Nord. 

 

„Marcel war ein absoluter Glücksgriff, es passt alles“, so Uli Roth, Sportlicher Leiter der SGL, „wir sind sehr froh, dass wir ihn für ein weiteres Jahr verpflichten konnten.“ Und auch Cheftrainer Marc Nagel freute sich über die Entscheidung und scherzte: „Mir war von Anfang an klar, dass ihn Süddeutschland überzeugt.“ 

 

Möller kann dies nur bestätigen: „Es gibt wirklich viele schöne Sachen hier — aber Norddeutschland hat auch seine schönen Seiten, die ich auf keinen Fall vergessen werde.“

 

 

Das nächste Heimspiel ist bereits am 4. Februar gegen die HSG Nordhorn Lingen. Karten gibt es in der Geschäftsstelle oder auf sg-leutershausen.de/tickets.

 


"Rote Teufel" beim Beflocken

Für die Jungs der SG Leutershausen stand ein spezieller Termin auf dem Plan — die „Roten Teufel“ waren bei ihrem Sponsor „flock-in“ in Wiesloch zu Gast und durften in der Druckerei selbst Hand anlegen.

 

„Ihr wisst ja, dass die SGL kein normaler Handballverein ist“, kündigte Geschäftsführer Reimar Bezzenberger seinen Spielern an, „deswegen dürft ihr heute Eure Trikots selbst beflocken.“ Eine weitere verrückte Aktion, schon das Fotoshooting vor der Saison in einer Western-Location war ungewöhnlich. 

 

Also legten Christopher Räpple, Stefan Salger, Niklas Ruß, Marcel Möller und Sascha Pfattheicher voller Tatendrang los. Logo, Sponsoren, Trikotnummer und Name — alles musste an seinen Platz. Unter Anweisung von flock-in Geschäftsführerin Anja Böhler stellten sich die Jungs nicht schlecht an, Ruß bedruckte sich sogar die mitgebrachten Socken mit dem SGL-Logo. 

 

„Die Jungs haben echt schnell gelernt“, so Böhler, „wow, ich bin echt begeistert. Ich freue mich schon die Jungs beim nächsten Heimspiel in den neuen Trikots auflaufen zu sehen.“

 

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=l6ebfzpsw1E&t=4s

 

 

Das nächste Heimspiel ist bereits am 4. Februar gegen die HSG Nordhorn Lingen. Karten gibt es in der Geschäftsstelle oder auf sg-leutershausen.de/tickets.

 


Last-Minute-Sieg in Ferndorf

Der Aufwand hat sich gelohnt, die SG Leutershausen setzt mit dem zweiten Sieg in Folge in der 2.Handball-Bundesliga ein großes Zeichen. Am Ende gewinnen die Jungs von der Bergstraße beim TuS Ferndorf mit 28:27 (11:14). Zwei „ganz dicke Punkte“ — von denen Cheftrainer Marc Nagel im Vorfeld sprach — waren eingefahren, mit nun 18:18 Zählern hat man das angestrebte Jahresabschluss-Ziel erreicht und überwintert nun auf Rang zehn — ein ganz wichtiges Zeichen. 
Denn für die Spieler der SGL war es ein kurzes Weihnachtsfest. An Heiligabend war noch frei, am ersten Weihnachtstag stand schon das Abschlusstraining auf dem Programm, das gestrige Auswärtsspiel war zu wichtig. Mit dem Heimsieg vergangene Woche gegen die HSG Konstanz gingen die „Roten Teufel“ mit Rückenwind in die Partie — und es zahlte sich aus. 
Doch der Reihe nach: Dass die SGL mutig auftreten wollte, zeigte sich schon im ersten Angriff. Sowohl Marcel Möller als auch Niklas Ruß deckten offensiv, sollten das Angriffsspiel der Gastgeber zerstören. Denn dass der TuS mit Nikola Stojcevski einen ehemaligen mazedonischen Nationalspieler und damit eine ganz gefährliche Waffe im Angriff hat, war bereits bekannt. Im SGL-Offensivspiel vertraute Nagel diesmal Jonas Kupijai von Anfang an, ließ mit Junioren-Nationalspieler Valentin den Top-Shooter der Zweiten Liga zunächst auf der Bank. Chancen wurden in der Anfangsphase zwar herausgespielt, aber nicht konsequent genutzt — sowohl Christopher Räpple als auch Niklas Ruß scheiterten vom Siebenmeterstrich an TuS-Schlussmann Kai Bastian Rottschaefer. Ein 1:5-Rückstand leuchtete nach zehn Minuten von der Anzeigetafel, nur ein Treffer, also brachte Nagel Spohn für den Angriff. Die SGL-Abwehr stand nun sicherer, Ferndorf kam mit der offensiven Deckungsformation nicht richtig zurecht, im Angriff netzte zudem Spohn zweimal ein — der Rückstand schmolz, 7:5 nach einer Viertelstunde. 
Alexander Kubitschek kam nun für Möller am Kreis, für die Tore sorgten aber weiterhin die Junioren-Nationalspieler Salger und Spohn. Dann flog Stojcevski auf Seiten der Gastgeber für zwei Minuten vom Feld, die Jungs von der Bergstraße waren nun erstmals in Überzahl. Die Chance auf den Anschlusstreffer war da, die SGL vergab — und kassierte im Gegenzug das Gegentor, Spohn die Zeitstrafe. So stand es nach 20 Minuten 7:10, der Drei-Tore-Rückstand war wieder hergestellt — Nagel rief seine Jungs erstmals zur Ansprache zusammen. 
Im Angriff sollten es nun beide Kreisläufer richten, Möller und Kubitschek im Zusammenspiel. Das klappte. Und auch SGL-Schlussmann Alexander Hübe kam so langsam in Schwung, parierte zweimal nacheinander gegen freistehende Ferndorfer, der Zwischenstand von 9:11 ließ sich schon besser anschauen (25.). Doch die Freude hielt nur kurz: Zwei, drei technische Fehler, die Gastgeber schalteten schnell und nutzten diese eiskalt aus, zogen auf 14:10 weg, Salger verkürzte mit der Halbzeitsirene auf 11:14. 
Und die SGL kam besser aus der Kabine: Zwei Chancen, zweimal Sascha Pfattheicher, zwei Tore — und schon stand es nur noch 13:14, der Ausgleich wollte aber noch nicht fallen. Es entwickelte sich eine umkämpfte Partie, die Mannschaften schenkten sich nichts, die SGL verpasste den Anschluss — Ferndorf zog wieder auf 15:20 weg (42.). Im Angriff gelang den „Roten Teufeln“ plötzlich nur noch wenig, das Spiel drohte zu entgleiten — Nagel nahm wieder die Auszeit. Eine Viertelstunde vor Spielende konnte Möller zumindest wieder auf den altbewährten Drei-Tore-Rückstand verkürzen, kurz darauf traf Niklas Ruß zum 19:21 — TuS-Cheftrainer Michael Lerscht tigerte schon nervös vor seiner Auswechselbank herum. Er ahnte etwas, zehn Minuten vor Schluss netzte Kubitschek zum Anschlusstreffer, Räpple im folgenden Angriff zum 22:22 — die SGL war pünktlich zur Schlussphase wieder da. Die folgenden Minuten waren an Spannung kaum zu überbieten, zwei Minuten vor Schluss stand es noch immer 27:27. Dann die letzten 30 Sekunden, wie im Film: Der Ball bei der SGL, 25 Sekunden auf der Uhr, Stürmerfoul. Der Ball bei Ferndorf, 15 Sekunden, verworfen. Der Ball bei Leutershausen, noch fünf, Möller läuft frei auf das Ferndorfer Tor zu — und legt den Ball geschmeidig über den Kopf von Schlussmann Rottschaefer. 28:27, Auswärtssieg — Gefühlschaos. 
„Ich kann es immer noch nicht glauben das ist so geil — schöner kann es nicht laufen“, war Möller nach Spielende überglücklich. Hübe, der schon einige Spiele gemacht hat, rang nach Superlativen: „Sowas habe ich lange nicht erlebt, unfassbar, überragend, sensationell.“ Nagel blieb zunächst nüchtern: „Normalerweise reicht unsere Leistung nicht, um auswärts zu punkten. Wir haben zu viele Fehler gemacht, Ferndorf hat den Sieg am Ende ein bisschen verspielt“, so der Chefcoach, „mit diesem Ergebnis gehen wir jetzt sehr leicht in die Pause, wir genießen das jetzt.“ Zurecht, denn das war ein Spiel, an das sich die „Roten Teufel“ noch lange erinnern werden. 
SG Leutershausen: Hübe, Mangold (bei zwei Siebenmetern) — Salger (5), Räpple (5/1), Kupijai, Pfattheicher (4), Lierz, Ruß (1), Bauer, Spohn (7), Kubitschek (1), Conrad, Karpstein, Möller (5). 
Strafminuten: Spohn (2), Conrad (2)
Zuschauer: 1095 (ausverkauft)

32:20 - Kantersieg gegen HSG Konstanz

Leutershausen gegen Konstanz - diese Partie hat eine ganz eigene Geschichte: Beide Teams stiegen nach der vergangenen Spielzeit ins Unterhaus der Bundesliga auf; Konstanz als Meister, die SGL als Zweiter. Während der Saison lieferten sie sich heiße Duelle, die attraktivsten Partien der Liga. Sie kennen und schätzen sich seit langem. Dass sie nun in der 2. Liga gegeneinander antreten durften, in der Tabelle nur durch zwei Punkte voneinander getrennt - Konstanz auf Platz 9, die Roten Teufel auf Platz 12 -, das war für beide schon ein kleiner Sieg. Allein die Tatsache, dass die gelb-blau gekleideten Fans der HSG in gleich zwei Bussen nach Leutershausen kamen, sprach für den Stellenwert dieser Begegnung. Über weite Strecken an diesem Abend lieferten sich beide Teams das erwartet spannende Handballspiel auf Augenhöhe, ehe Leutershausen in der zweiten Halbzeit aufdrehte und einen 32:20-Kantersieg landete.
„Vor der Runde hätten wir nicht geglaubt, dass wir in der Lage sein würden, in der zweiten Liga ein Spiel mit 12 Toren zu gewinnen. Es waren heute Kleinigkeiten, die für uns etwas ganz Großes haben entstehen lassen. Das müssen wir jetzt genießen. Es sind aber doch nur zwei Punkte, die wir aber vergolden können, wenn wir am 26. Dezember nach Ferndorf fahren und dort noch einmal gewinnen. Dann können wir wirklich sagen, ob wir einen Schritt nach vorne gemacht haben“, bilanzierte Rote-Teufel-Coach Marc Nagel.
„Ich kann noch gar nicht sagen, woran es heute alles gelegen hat“, sagte HSG-Coach Daniel Eblen nach der Partie, „wir waren einfach unterlegen in jeglicher Hinsicht. Über dieses Spiel muss man jetzt erst einmal schlafen - und dann: Kopf hoch. Direkt nach Weihnachten geht es weiter.“
Das Match war als „Spiel der Herzen“ angesetzt - und nicht wenige Handball-Fans steckten sich bald ein blinkendes Herz an die Brust. Mit dem Kauf dieser Herzen und dem Kauf eines Loses für eine Tombola unterstützten sie zwei Projekte, die sich in besonderer Weise schwer und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen widmen: Zum einen der Kinderinitiative „Strahlenburg“, deren Ziel es ist ein Haus zu bauen, in dem neun Kinder betreut werden können, die zum Teil beatmet werden müssen. Einer der Gründer dieses Vereins ist Uli Roth. Zum anderen halfen die Fans „Radio RUMMS“, einem Projekt an der Universitätsmedizin Mannheim, das Kindern und Jugendlichen, die lange Zeit im Krankenhaus bleiben müssen, nicht nur die Zeit verkürzt, sondern auch noch Medienkompetenz vermittelt: Sie können selbst Radio machen, Interviews führen und die Musik bestimmen - für ein Programm, das überall im Klinikum live zu empfangen ist.
Spaß machte die Partie von der ersten Minute an: Konstanz ging zunächst mit zwei Toren in Führung, die Leutershausen kurz darauf egalisierte. Gut zehn Minuten hielt das Spiel die Balance, ehe sich die Hausherren erstmals entscheidend absetzten. Die Torparade begann mit einem herrlichen Kempa-Trick, den Sascha Pfattheicher zum 6:4 verwandelte (10.), und setzte sich fort mit Treffern von Räpple und Russ zum 8:4 (12.). Erstmals zog HSG-Coach Daniel Eblen die grüne Karte zur Auszeit. Die 900 Zuschauer in der Halle fieberten mit, und sie wurden weiter durch attraktiven Handball belohnt. Leutershausen zog noch auf 10:5 (15.) und 12:7 (19.) davon, ehe die HSG in dieser ersten Halbzeit wieder ernsthaft Paroli bot. Sie saugte sich wieder auf 12:10 (25.) heran. Besonders profitierte sie von ihrem giftigen Angriff, der die SGL-Abwehr immer wieder in den Kreis zwang. Gregor Thomann verwandelte die fünf daraus resultierenden Siebenmeter sicher für die Gäste. Auf Seiten der SG Leutershausen tat sich in den ersten 30 Minuten besonders Stefan Salger hervor: Vier Treffer, teils knallharte Würfe aus dem Rückraum, steuerte er zur Führung der Hausherren bei. Der Stand von 14:11 zur Pause spiegelte den leichten Vorteil für die Hausherren wider. Taktisch war die SGL konsequent geblieben, und das zahlte sich aus: „Unsere 5:1-Deckung, die wir zum ersten Mal gegen Mathias Riedel gespielt haben, weil wir vor ihm ganz großen Respekt hatten, ist sehr gut aufgegangen“, so Marc Nagel. Eine Führung also, die aber noch keine Euphoriestürme bewirkte - Leutershausen wusste aus früheren Begegnungen gegen Konstanz, wie schnell die HSG zurückkommen und eine Partie drehen kann.
Direkt nach dem Wiederanwurf parierte SGL-Keeper Alexander Hübe erst noch einen Siebenmeter, das hinderte die HSG Konstanz aber nicht an einer Aufholjagd. Bereits in der 34. Minute netzte Mathias Riedel zum 14:14 für die Gäste ein - alles wieder offen. Allerdings konterten die Roten Teufel die Begehrlichkeiten der Blauhemden und spielten sich abermals in einen Torerausch. Unterstützt von einem in dieser Phase glänzend aufgelegten Alex Hübe im Tor ließen sie es vorne krachen. Sechs Minuten nach dem Ausgleich lag die SGL wieder 20:15 vorne. Jetzt schaffte es Konstanz kaum noch vors Teufel-Tor - und wenn, dann stand dort immer wieder Hübe auf dem Posten. Die HSG wirkte immer unkonzentrierter, leistete sich unnötige Fehler, aus denen Gegenstöße der Hausherren entstanden - und die ließen sich nicht zwei Mal bitten. 25:16 lautete der Spielstand 14 Minuten vor Ende der Partie. Daniel Eblen platzierte abermals die grüne Karte auf dem Zeitnehmer-Tisch. Danach wirkte Konstanz kurzzeitig wieder agiler, stellte eine aggressive Abwehr und versuchte im Angriff die Roten Teufel durch hohes Tempo auseinanderzuspielen. Aber auch hier passierten Fehler, die Leutershausen in Person seines pfeilschnellen Außens Sascha Pfattheicher in den eigenen Vorteil ummünzte. Leutershausen überrannte den Mitaufsteiger in den Schlussminuten förmlich. Die HSG brach auseinander. 32:20 hieß es am Ende - die SG Leutershausen feierte ihren höchsten Sieg in dieser Saison. In der Freude über das für die Roten Teufel grandios gelaufene Südderby platzierte Coach Marc Nagel noch eine Botschaft in Richtung Liga: „Wenn man das heute miterlebt hat, dann sieht man, was für eine tolle Sportart wir betreiben, und wie toll das wäre, wenn wir eine 2. Liga Süd und eine 2. Liga Nord hätten - dann hätte man eine solche Stimmung mit so vielen tollen Fans nicht nur zwei oder drei Mal in der Saison. Dann hätten wir das viel öfter, und das würde unserer Sportart sicher sehr gut tun."
SG Leutershausen: Hübe, Mangold, Wetzel, Salger 7, Räpple 3/2, Kupijai 1, Pfattheicher 6, Lierz, Ruß 7, Spohn 6, Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller 2.
HSG Konstanz: Poltrum, Glatt, Schlaich 3, Thomann 6/5, Riedel 4, Flockerzie, Stocker 3, Oehler 3, Kaletsch, Krüger, Maier-Hasselmann, Gässler 2, Jud 1, Berchtenbreiter. 
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SGL verlängert mit Junioren

Die SG Leutershausen setzt ein wichtiges Zeichen. Vor dem Aufsteiger-Duell am Samstagabend um 20 Uhr gegen die HSG Konstanz verlängern die „Roten Teufel“ mit gleich drei Junioren-Nationalspieler die Verträge. Stefan Salger, Sascha Pfattheicher und Philipp Bauer bleiben der SGL auch in der kommenden Saison erhalten — damit stellen die „Roten Teufel“ die Weichen für die Zukunft. 

 

„Das ist natürlich sehr wichtig sowohl für die SGL als auch für die Entwicklung der jungen Spieler“, so Uli Roth, Sportlicher Leiter der SGL, „sie vertrauen darauf mit dem richtigen Trainer weiterzuarbeiten und vor allem viel zu spielen — das ist in Leutershausen möglich, wir freuen uns riesig über die Entscheidungen.“

 

Für Rückraum-Schütze Stefan Salger sprachen viele Argumente für einen Verbleib an der Bergstraße: „Wir haben ein super Team, sind eine Hammer-Truppe und haben mit Marc Nagel einen klasse Trainer — und auch das Umfeld ist super.“ Salger kam 2015 von der SG Kronau/Östringen zu den „Roten Teufeln“ und spielt mit 20 Jahren seine erste Zweitliga-Saison.

 

Auch sein Rechtsaußen-Kollege Pfattheicher machte die Aufstiegs-Saison mit, er bleibt ebenfalls bis 2018 an der Bergstraße. „Ich fühle mich im Umfeld einfach sehr wohl. Außerdem würde ich wahrscheinlich kaum bei einem anderen Verein in der 2. Bundesliga so viele Spielanteile bekommen — deshalb war es die beste Entscheidung.“

 

 

Bauer fällt aktuell noch aufgrund eines Muskelfaserrisses aus — der Mittelmann setzt mit der Vertragsverlängerung aber ein deutliches Zeichen: „Die SGL gab mir die Möglichkeit in der Zweiten Liga Fuß zu fassen. Die Verantwortlichen und vor allem Marc haben immer an uns junge Spieler geglaubt und uns stets das Vertrauen gegeben“, so der 20-Jährige, „außerdem bietet Leutershausen mir das beste Gesamtpaket zwischen Studium und hochklassigen Handball.“


Nagel verlängert bei der SGL

Marc Nagel hat seinen Vertrag bei der SG Leutershausen um ein weiteres Jahr verlängert. Der Cheftrainer der „Roten Teufel“ wird auch in der kommenden Handball-Saison 2017/2018 die Jungs von der Bergstraße von der Seitenlinie aus dirigieren.

 

„Im Endeffekt hat Uli Roth mich gefragt, ob ich weitermachen möchte“, so der 46-Jährige, „beziehungsweise hat er gesagt, dass es Sinn machen würde, wenn ich weitermache — und wenn er das sagt, dann glaube ich das auch.“

 

Der angesprochene Sportliche Leiter war überglücklich: „Wir sind über Marcs Entscheidung sehr froh und stolz“, so Uli Roth, „das zeigt auch seine Verbundenheit zum Verein, er ist ein Leutershausener — auch im Herzen.“

 

Nagel ist bereits seit 2013 Cheftrainer bei der SGL, übernahm damals nach dem Rücktritt von Holger Löhr das Traineramt. Mit Sascha Pfattheicher, Valentin Spohn, Stefan Salger, Philipp Bauer und Moritz Mangold stehen dem Karlsruher aktuell fünf Junioren-Nationalspieler zur Verfügung. 

 

Nagel: „Ich glaube, dass man sieht, wie wohl ich mich in Leutershausen fühle und wie viel Spaß mir diese Aufgabe macht — und wieso sollte man dann etwas ändern.“

 

„Er kann sehr gut mit jungen Spielern arbeiten, hat dort das richtige Händchen“, ist Roth überzeugt von Nagels Qualitäten, „nachdem nun die Trainerfrage geklärt ist, gehen wir optimistisch in die weiteren Gespräche  mit den Spielern — das ist schonmal die Basis.“

 

 

Das Aufsteiger-Duell am Samstag um 20 Uhr in der Heinrich-Beck-Halle gegen die HSG Konstanz steht unter dem Motto „Spiel der Herzen“ — im letzten Spiel vor Weihnachten wird für schwerkranke Kinder gesammelt.

 


SGL verliert in Emsdetten

Die Auswärtsfahrt nach Emsdetten hatten sich die Handballer von der SG Leutershausen wohl anders vorgestellt. Am Ende mussten sich die „Roten Teufel“ beim TV Emsdetten mit 29:34 (15:21) geschlagen geben. Schon vor Spielbeginn traf die SGL einen schweren Schlag: Mit Matthias Conrad fiel für die Auswärtsaufgabe der Abwehrchef der „Roten Teufel“ aufgrund von Krankheit aus. „Matthias hat uns in der Abwehr gefehlt, das hat man in einigen Situationen gesehen“, so SGL-Coach Marc Nagel nach dem Spiel. Doch zum Anfang: Die SGL fuhr mit großer Motivation in die Ems-Halle — schließlich wollte man nach vier verlorenen Spielen in Folge endlich wieder etwas Zählbares mit nach Hause bringen. Laut Uli Roth, Sportlicher Leiter der SGL, sollten es in diesem Jahr noch vier Punkte sein, gegen Lübbecke verlor man vergangene Woche in der Heinrich-Beck-Halle — nun die Niederlage in Emsdetten. 

 

Wie zuletzt setze Nagel von Anfang an auf Niklas Ruß auf der Mittelposition — auf Linksaußen begann Mark Wetzel, der noch unter der Woche seinen 33. Geburtstag feierte. Doch die SG erwischte einen denkbar ungünstigen Start, fand keine Lücke in der Emsdettener Abwehr, nach fünf Minuten lagen die „Roten Teufel“ bereits mit 0:4 im Hintertreffen. Beim TVE führte nahezu jeder Angriff zum Torerfolg, die Abwehr verteidigte zudem aggressiv. Das erste SGL-Tor erzielte Christopher Räpple per Siebenmeter — da waren schon knappe sieben Minuten gespielt. Und so allmählich kamen auch die SGL-Rückraumschützen ins Spiel: Valentin Spohn und Stefan Salger setzten nun offensiv Akzente, im Kasten brachte Nagel Youngster Moritz Mangold für SGL-Stammtorwart Alexander Hübe. Aber so richtig knapp wurde es noch nicht, noch immer liefen die Jungs von der Bergstraße einem Rückstand hinterher: 4:9 nach 12 Minuten. Die Hausherren wirkten im Gesamtbild einfach motivierter, entschlossener. Nagel versuchte nun einiges, wechselte auf vielen Positionen durch — Räpple und Kubitschek kamen für den Angriff, Hübe kehrte für den glücklosen Mangold wieder ins SGL-Tor zurück. Im Offensivspiel hielt Sascha Pfattheicher seine Truppe im Spiel, netzte gleich dreimal nacheinander ein (9:15 nach 19.). So war es ebenfalls der Junioren-Nationalspieler, der zum 12:16 verkürzen konnte — die SGL war erstmals wieder in Schlagdistanz. Doch die Abwehr funktionierte weiterhin nicht — nahezu jeder Angriff der Gastgeber führte zu einem Tor. Mit einem 15:21-Rückstand ging es in die Kabine.

 

Zumindest im Angriff lief es nun besser. Spohn zeigte, dass auf seine Shooter-Qualitäten Verlass ist, netzte zweimal ein. Die SGL-Abwehr blieb aber weiterhin zu harmlos, der TVE baute seinen Vorsprung aus: 18:24 leuchtete die Anzeigetafel in der 39. Minute. Zwischenzeitlich schaffte es die SGL immer mal wieder sich auf fünf Tore heranzukämpfen, man hatte das Gefühl, die Partie könnte noch kippen (22:27 nach 45.). Doch enger wurde es zunächst nicht mehr, der Rückstand blieb bestehen — gut zehn Minuten vor Schluss rief Nagel seine Männer noch einmal zusammen. Doch die Auszeit wirkte sich nicht positiv auf das SGL-Spiel aus, im Gegenteil: Die Bälle wurden im Angriff leichtfertig vergeben. Zumindest Räpple blieb sicher vom Siebenmeterstrich, versenkte all seine fünf Versuche. Dennoch war fünf Minuten vor Schluss klar, dass für die SGL nichts mehr zu holen ist — zu groß war der Abstand. 

 

„Wir haben den Start verschlafen“, sagte SGL-Coach Nagel nach der Begegnung, „wir haben es nicht geschafft, so eine Auswärtsfahrt wegzustecken und von der ersten Minute an präsent zu sein. In der zweiten Halbzeit hat Emsdetten dann das Nötige getan und das routiniert und souverän zu Ende gespielt.“

 

TVE-Coach Daniel Kubeš fand lobende Worte für die "Roten Teufel": "Leutershausen hat viele junge und talentierte Spieler. Es ist für mich eine der größten Überraschungen der Liga, dass sie so konstant spielen."

 

Die SGL muss nun positiv in die Zukunft schauen, schon am 17. Dezember kommt die HSG Konstanz, am zweiten Weihnachtstag gehts zum TuS Ferndorf — dann muss eben dort gepunktet werden. 

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (9. bis 14.) — Wetzel, Salger (5), Räpple (5/5), Kupijai (1), Pfattheicher (5), Lierz, Ruß (2), Spohn (6), Kubitschek (1), Karpstein, Möller (4).

 

Strafminuten: Kupijai (2), Spohn (2)

 

 

Zuschauer: 1250


SGL verliert gegen Lübbecke

Die SG Leutershausen hat das Heimspiel gegen TuS-N Lübbecke in der 2. Handball-Bundesliga mit 26:31 (12:16) verloren. In der Heinrich-Beck-Halle mussten sich die "Roten Teufel" vor 600 Zuschauern geschlagen geben und damit die zweite Heimniederlage der Saison einstecken. 

 

Die Gäste aus Lübbecke kamen besser in die Partie, drückten dem Spiel von Anfang an ihren Stempel auf — und gingen schnell in Führung, zeigten eine souveräne Vorstellung. Immer wieder kam der Top-Torschütze der Zweiten Liga, Pontus Zetterman, zu einfachen Toren aus dem Rückraum — mit dem Schlusspfiff standen acht Treffer auf seinem Konto, auf TuS-N-Seite war nur Ante Kaleb mit neun Treffern erfolgreicher. Ebenfalls neunmal traf SGL-Schütze Valentin Spohn, war erfolgreichster Werfer der "Roten Teufel“, hielt die Truppe von Marc Nagel lange Zeit im Spiel und steht nun aktuell bereits bei 92 Saisontreffern — dennoch ging man mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause. 

 

In der zweiten Spielhälfte versuchte Nagel nochmal neue Impulse zu setzen, agierte mit Christopher Räpple auf der Mitte, gab auch dem jungen Moritz Mangold im Tor eine Chance. Und es fruchtete kurzzeitig: Während sich der Vier-Tore-Rückstand konstant durch das Spiel zog, kämpfte man sich nun wieder auf ein Tor heran (16:17 nach 36.). Die Abwehr stand nun sicherer, der Ausgleich wollte aber nicht fallen. Immer wenn die SGL wieder am Zug war, brachten sich die „Roten Teufel“ mit einfachen Fehlern und Zeitstrafen ins Hintertreffen. Eine Kombination aus unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen, Wurfpech und Unerfahrenheit ließ die Gäste aus Lübbecke entscheidend davon ziehen. Gut zehn Minuten vor Spielende erhöhte Kenji Hövels auf 21:27 — das Spiel war damit so gut wie entschieden. 

 

Nagel bilanzierte nach der Partie: „Insgesamt war das eine ordentliche Leistung meiner Mannschaft. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit nochmal zurück ins Spiel gekämpft, dann aber verpasst den Ausgleich zu machen“, so der SGL-Coach, „jetzt stehen aber weitere schwere Spiele in Emsdetten und zu Hause gegen Konstanz an — dort wollen wir wieder punkten.“

 

Aaron Ziercke konnte zufrieden sein: “Vor diesem Spiel hatte ich richtig viel Respekt. Aber wir haben das letztendlich gut gemacht, waren in der Abwehr präsent und vorne auch gut im Spiel“, so der Gästetrainer, „zu Beginn der zweiten Halbzeit lassen wir dann Leutershausen erneut ins Spiel kommen, sodass sie bis auf ein Tor verkürzen können. Wir haben dann aber die Ruhe bewahrt und das Tempo etwas angezogen.“

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Wetzel (1), Salger (7), Räpple (1/1), Kupijai (1), Pfattheicher (4), Lierz, Ruß (1), Spohn (9), Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller (2)

 

TuS-N Lübbecke: Blazicko, Tatai — Genz, Kaleb (9), Bechtloff, Grabarczyk, Gierak (5), Tauabo (1), Gruszka, Torbrügge (2), Zetterman (8/4), Hövels (1), Remer (5/1)

 

Strafminuten: Nagel (2), Hübe (2), Wetzel (2), Salger (2), Kupijai (4), Kubitschek (2), Conrad (2) — Grabarczyk (6), Gierak (2), Torbrügge (4), Remer (2)

 

Zuschauer: 600

 


Guter Auftritt, keine Punkte

Dass die Auswärtsaufgabe in Eisenach keine leichte wird, das war schon vor Anwurf der Partie klar. Alle sechs Heimspiele entschieden die Thüringer in dieser Saison bisher für sich. "Wir wissen, dass dort die Trauben sehr hoch hängen", kündigte SGL-Coach Marc Nagel an. Doch was ist in dieser ausgeglichenen zweiten Bundesliga schon unmöglich? "Wir fahren dort hin, um auch etwas mitzunehmen", zeigte sich Matthias Conrad entschlossen. Ganz so gut lief es nicht: Die SGL hielt lange mit, brach dann aber ein, musste sich letztendlich mit 23:30 (13:14) geschlagen geben. 

 

Doch die "Roten Teufel" legten gut los. Schon im ersten Angriff hämmerte Junioren-Nationalspieler Stefan Salger den Ball zur 1:0-Führung in die Maschen  — es sollte vorerst die letzte bleiben. Denn die Abwehr stand noch nicht sicher: Auch Moritz Mangold, der den Vorzug vor Stammtorhüter Alexander Hübe bekam, konnte sich noch nicht auszeichnen. Um so wichtiger war es, dass auf die Rückraumschützen der SGL Verlass war — denn auf Rechtsaußen spielte mit Niklas Ruß ein Rechtshänder. Sascha Pfattheicher konnte die Reise nicht antreten, er lag krank im Bett. So war der ThSV, unterstützt von den gut 1722 Fans in der Werner-Aßmann-Halle, die spielbestimmende Mannschaft, kam im Angriff zu vielen leichten Treffern, führte nach zwölf Minuten im eigenen Wohnzimmer mit 6:4. Nach gut 15 Minuten drohte das Spiel der SGL aus der Hand zu gleiten, beim Stand von 8:5 nahm Nagel die erste Auszeit. Und das zeigte Wirkung. Im Angriff agierte man mit Marcel Möller und Alexander Kubitschek am Kreis, Mangold nahm im SGL-Kasten auch langsam Betriebstemperatur auf  — die Halle war kurzzeitig ruhig gestellt, als Jonas Kupijai nach 18 Minuten zum 8:8-Ausgleich einnetzte, es war wieder alles offen. Ruß dirigierte jetzt das SGL-Angriffsspiel, fand keine Anspiel-Station, und nagelte den Ball kurzerhand aus dem Stand zur 10:9-Auswärtsführung ins Eisenacher Tor. Bis zur Halbzeit blieb die Partie eng und umkämpft, Eisenach kam zurück, drehte die Begegnung wieder — nach 27 Minuten zeigte die Anzeigetafel 12:12, zur Halbzeit leuchtete eine 14:13-Führung für Eisenach. Aus SGL-Sicht ein Teilerfolg, für den vor allem der junge Mangold im SGL-Kasten verantwortlich war.

 

Die zweite Halbzeit begannen beide Teams nervös, technische Fehler bestimmte das Angriffsspiel beider Parteien. Und Mangold machte dort weiter, wo er mit dem Halbzeitpfiff aufhörte. Mit seinen Paraden hielt er die "Roten Teufel" im Spiel, so dass Marcel Möller den Ball mit dem Rücken zum Tor zum zwischenzeitlichen 15:15 einnetzen konnte (38.) — ein blinder Kracher unter die Latte, ein Treffer der Marke "Tor des Monats". Man spürte: Hier war etwas zu drin. Doch dann schlichen sich leichte Fehler ein, der Abschluss wurde zu früh gesucht — dann ging es ganz schnell: Zwei Gegenstöße brachten Eisenach mit 19:17 in Front (42.). Das Spiel drohte wieder einmal auf die Seite der Hausherren zu kippen — Nagel rief seine Jungs zusammen. Für ein paar Minuten bekam nun Hübe im SGL-Kasten die Chance, es galt schließlich einen Drei-Tore-Rückstand aufzuholen (19:22 nach 47.) — kurz darauf stand aber bereits wieder Mangold in der Hütte. Im Angriff war es Spohn, der die SGL mit seinen Treffern im Spiel hielt, insgesamt kam der beste Leutershausener Schütze auf sieben Treffer. Die SGL versuchte alles, doch der Rückstand wollte nicht schmelzen, vielmehr: Er wuchs noch weiter, eine 27:22-Führung für Eisenach acht Minuten vor Spielende. Schlimmer: Der Treffer in der 47. Minute blieb bis zum Abpfiff das vorletzte SGL-Tor der Partie, deren Ergebnis keineswegs die Leistung widerspiegelt. 

 

"Die erste Halbzeit war stark. Da haben wir alles umgesetzt, was wir uns auch vorgenommen hatten", so Möller, "das hat dann am Ende gar nicht mehr geklappt, ich habe keine Ahnung warum." Und auch Mangold schloss sich an: "In der zweiten Halbzeit haben wir dann zu viele technische Fehler gemacht", so der Junioren-Keeper, "das Ergebnis fällt dann natürlich zu hoch aus." 

 

"Wir haben bis zur 45. Minute einen sehr guten Job gemacht, unangenehm gespielt", so Nagel, "dann hatte ich den Eindruck, dass wir auswärts noch zu ängstlich sind. Wir nutzen unsere Chance nicht. Unterm Strich war das dann zu wenig, um hier mit Punkten rauszugehen. Trotzdem großen Respekt an meine Mannschaft, das war trotz der Niederlage wieder ein Schritt nach vorne." 

 

Christoph Jauernik, Cheftrainer des ThSV, zollte der SGL Respekt: "Das war sicherlich kein Zufall, dass es hier lange knapp war. Sie haben eine junge, starke Mannschaft — und wir wussten das." 

 

Und auch Nagel betonte nochmal, dass für die SGL in den nächsten Spielen um viel geht: „Wir haben jetzt erstmals drei Spiele hintereinander verloren — das ist für uns eine neue Situation“, so der Chefcoach, „jetzt kommt Lübbecke, danach fahren wir nach Emsdetten — es geht um jeden Punkt.“

 

SG Leutershausen: Mangold, Hübe (bei einem Siebenmeter und von 46. bis 49.) — Wetzel (1), Salger (6), Räpple (4/3), Spohn (7), Ruß (1), Kubitschek, Kupijai (3), Lierz, Conrad, Karpstein, Möller (1).

 

Strafminuten: Kubitschek (2), Möller (2)

 

 

Zuschauer: 1722


Starke Leistung, trotzdem verloren

SG Leutershausen muss sich Bietigheim 23:27 geschlagen geben

(rkü) Die Heimserie der SG Leutershausen ist gerissen: Gegen die SG BBM Bietigheim mussten die Roten Teufel von der Bergstraße eine 23:27 (15:14)-Niederlage einstecken. Damit gehen sie an am Doppelspieltag der 2. Handball-Bundesliga, in dem sie am Freitag bereits in Hüttenberg verloren, ohne Punkte aus. Leutershausen rutscht auf Rang neun der Tabelle, die SG BBM Bietigheim erobert die Tabellenspitze.

 

Dabei zeigten die Bergsträßer gegen eines der stärksten Teams der zweiten Liga eine mehr als ansprechende Partie. „Unsere Mannschaft hat heute trotz der Niederlage wieder einen Schritt nach vorne gemacht“, analysierte SGL-Trainer Marc Nagel nach dem Spiel. Sein Pendant Hartmut Mayerhoffer ergänzte: „Es wundert mich nicht, dass Leutershausen bis heute zu Hause ungeschlagen war. Das war heute eine sehr schwere Aufgabe. Den Unterschied hat am Ende ausgemacht, dass wir eine sehr starke Bank hatten, mit der wir über die vollen 60 Minuten gehen konnten. Trotz des Spiels am Freitag hatten wir noch ausreichend Körner.“

 

Bereits in der ersten Hälfte boten beide Mannschaften den gut 800 Fans in der Heinrich-Beck-Halle ein äußerst lebhaftes Handballspiel, geprägt von hohem körperlichem Einsatz und schnellen Spielzügen. Hohe Konzentration, zum Teil hochklassige Torhüterparaden, auch Fehler auf beiden Seiten - eine Melange, die die Stimmung im Baden-Württemberg-Derby an diesem Sonntag schnell an den Siedepunkt brachte. Und die Roten Teufel machten dem Favoriten aus Bietigheim das Leben richtig schwer - . Die ersten zehn Minuten gestalteten sie ausgeglichen, mussten sogar eine rote Karte gegen Mark Wetzel verkraften (8. Minute), den das Schiedsrichtergespann wegen einer Tätlichkeit des Spielfeldes verwies. Vom Verlust ihres Linksaußens ließen sie sich aber nicht weiter beeindrucken, sondern legten danach noch eine Schippe drauf. Zwischen der elften und 15. Minute zogen sie ihren Gegnern bis auf 10:6 davon - der Moment, in dem Hartmut Mayerhoffer erstmals die grüne Karte zur Auszeit zog. Die Schwaben bewiesen Qualität, konterten Zug um Zug, und in der 24. Minute waren sie wieder da: 11:11. Immerhin verstand es die Mannschaft von Marc Nagel nun, der SG BBM den Wind unter den Flügeln weg zu saugen. Sie verwickelte die Gäste in eine turbulente Schlussphase dieser ersten Hälfte, die sie nach einer Spitzenparade von Alexander Hübe schließlich für sich entschied: 15:14 hieß es zur Pause - und der Jubel auf der Teufelsbank war fast schon so groß wie nach einem Sieg. „Dass wir hier nach einem Spiel wie am Freitag vorne liegen, hätte wahrscheinlich niemand gedacht“, so Marc Nagel.

 

Nach dem Wiederanwurf verlor die Partie kaum an Intensität. Allerdings zwang Bietigheims Abwehr, jetzt noch schneller und flexibler als zuvor, die Roten Teufel zu Abschlüssen aus ungünstigen Situationen. Spohn, Salger und Co. blieben kaum noch Freiräume für ihre ansonsten harten Würfe. Die Gäste nutzten diesen minimalen Vorteil und holten sich die Führung zum 17:19 (40.). Aber nun war dies ein Spiel, in dem sich keine Mannschaft einer Führung zu sicher sein sollte. Denn nun drehte Leutershausen auf, zwang seine Gegner in Fehler und drehte das Spiel abermals: 21:20 führte die SGL nach 45 Minuten - alles wieder ausgeglichen. Zunächst jedenfalls. Bietigheim zeigte sich siegeswillig, mobilisierte Reserven - und zwar erfolgreich und unter tätiger Mithilfe ihres Torwarts Domenico Ebner: „Er hat zwei Mal doppelt gehalten - das ist für uns dann noch zu viel, um einen Punkt zu holen“, so Marc Nagel später. Bis zur 53. Minute erarbeiteten sich die Schwaben erst eine Drei-, dann eine Vier-Tore-Führung: Robin Haller verwandelte 21:25 - die Vorentscheidung? In jedem anderen Spiel vielleicht. In diesem handelte sich Bietigheim erst noch eine doppelte Strafzeit ein, die Leutershausen nutzte, um noch einmal auf zwei Tore zu verkürzen. Am Ende standen die Schwaben aber stabiler und nutzte die zuletzt offenere Spielweise der Hausherren aus. Zwei weitere Treffer von Robin Haller machten das 23:27 perfekt - der Endstand.

 

SG Leutershausen: Hübe, Magold, Wetzel, Salger 9, Räpple 2/1, Kupijai, Pfattheicher 2, Ruß, Bauer 2, Spohn 6, Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller 2.

 

SG BBM Bietigheim: Ebner, Trinkner, Haller 6, Rentschler 4, Dahlhaus 2, Schäfer 3/1, Schmidt 1, Babarskas 5, Barthe 3, Scholz 1, Doll, Emrich 1, Emanuel, Lohrbach 1.

 


SGL verliert in Hüttenberg

Die SG Leutershausen hat das Auswärtsspiel in der 2. Handball-Bundesliga beim TV 05/07 Hüttenberg mit 31:24 (14:11). Vor 969 Zuschauern liefen die „Roten Teufel“ die gesamte Partie einem Rückstand hinterher. 

 

Die Begegnung der beiden Aufsteiger begann nervös, beide Teams ließen in der Anfangsphase klarste Torchancen liegen, erst in der fünften Spielminute fiel der erste Treffer der Partie. SGL-Coach Marc Nagel nahm von Beginn an im Angriff seinen Schlussmann Alexander Hübe auf die Bank, spielte mit sieben Feldspielern. Doch es lief offensiv noch nicht rund — der TVN ging schnell mit 2:0 in Führung (7.). Matthias Conrad kam in die Partie, stabilisierte die Deckung, Hübe parierte und der erste SGL-Treffer der Partie fiel: Sascha Pfattheicher per Gegenstoß zum 2:1 (8.). Und auch in Überzahl wurden beste Wurfgelegenheiten ausgelassen, so zeigte die Anzeigetafel nach zehn Minuten lediglich einen Treffer für die „Roten Teufel“ an. Und es wurde nicht besser: die Abwehr wirkte nicht wach, Hüttenberg fand immer wieder die Lücke und zog davon: 7:2 nach 16 Minuten — Nagel hatte genug gesehen, zog die erste Auszeit. 

 

Mit der Einwechslung von Philipp Bauer kam zumindest im Angriff eine Waffe ins Spiel. Er netzte mit seinen ersten zwei Aktionen per Unterarmwurf ein. Die Abwehr blieb dennoch instabil, nahezu mit jeder Aktion konnten die Hausherren zum Torerfolg kommen, so stand es nach 23 Minuten bereits 11:6. So richtig wegziehen konnte der TVH aber nicht, ein kleiner Zwischenspurt der SGL brachte die Jungs von der Bergstraße zumindest wieder in Schlagdistanz (11:8 nach 24.). Christopher Räpple zeigte sich sicher vom Siebenmeterstrich, kurz darauf schlug Junioren-Nationalspieler Stefan Salger erstmals zu. Nur noch 12:10 — die SGL hatte sich wieder zurück in die Partie gekämpft. Dennoch ging man nach einer turbulenten ersten Spielhälfte mit einem 14:11-Rückstand in die Kabine. 

 

Die zweite Halbzeit knüpfte am Ende der ersten Spielhälfte an. Die SGL-Abwehr ließ viele Chancen zu, doch im Angriff bewies Valentin Spohn einmal mehr, dass er mit seinen 19-Jahren zurecht der beste Feldtorschütze der 2. Handball-Bundesliga ist. Auch das Zusammenspiel mit dem Kreis klappte nun besser, Marcel Möller verkürzte in der 35. Minute auf 17:15. Doch der Anschlusstreffer wollte nicht fallen, leichte Fehler schlichen sich ein, die Hausherren zogen wieder davon, 20:16 nach 38 Minuten. Der Vier-Tore-Rückstand blieb bis 15 Minuten vor Schluss bestehen, die SGL biss sich an der TVN-Abwehr die Zähne aus und auch die Gegentore fielen zu leicht — Schlussmann Hübe bekam kaum eine Hand an den Ball. Einzig Bauer und Spohn hielten die „Roten Teufel“ mit ihren Treffern im Spiel. Als der TVN dann aber acht Minuten vor Schluss auf 26:20 erhöhen, war die Niederlage so gut wie besiegelt. 

 

Nagel nach dem Spiel: „Wir haben Glück gehabt, dass wir in der ersten Halbzeit nicht unter die Räder gekommen sind“, sagte er, „der Sieg ist völlig in Ordnung — diesmal waren wir bis auf einen kurzen Moment chancenlos. Auswärts müssen wir mehr den Kopf einschalten.“ 

 

„Wir haben uns in der Anfangsphase ein bisschen einschüchtern lassen“, sagte Spohn nach dem Spiel, „Hüttenberg hat ihr Spiel gemacht, wir sind nicht zu unserem gekommen. Auch in der Abwehr sind die Tore viel zu leicht gefallen.“ Und auch Möller schloss sich an: „Wir kamen nie dichter als zwei Tore ran“, sagte der Kreisläufer, „das hat uns am Ende das Genick gebrochen.“ Auch der Sportliche Leiter, Uli Roth, ordnete die Niederlage ein: „Heute hat eine sehr junge Mannschaft gegen eine sehr abgezockte Mannschaft verloren — das hat am Ende den Ausschlag gegeben.“

 

Bereits am Sonntag geht es für die SGL weiter. Um 17 Uhr erwartet man in der Heinrich-Beck-Halle das Topteam der SG BBM Bietigheim. „Neben TuS N-Lübbecke ist Bietigheim aktuell die überzeugendste Mannschaft der Liga“, so Nagel, „ jeder Punkt, den wir jetzt holen, ist Bonus.“ 

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (ab 51.)— Wetzel (1), Salger (1), Räpple (3/2), Kupijai (1), Pfattheicher (4), Ruß, Bauer (3), Spohn (7), Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller (4). 

 

Strafminuten: Salger (2), Ruß (2), Bauer (2)

 

 

Zuschauer: 969


26:26-Remis - SGL bleibt zu Hause ungeschlagen

Das war mal wieder ein Nervenkrimi bis zum Schluss. Die SG Leutershausen trennt sich in ihrem Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 mit 26:26 (11:14) — Junioren-Nationalspieler Stefan Salger erzielte zwei Sekunden vor Schluss den umjubelten Ausgleich. 

 

Die Gäste aus Dessau starteten konzentriert in die Begegnung, spielten sich schnell gute Chancen und eine 2:1-Führung heraus (3.). Im SGL-Angriff konnte sich Coach Marc Nagel auf seine Rückraum-Shooter verlassen, die ersten Tore für die „Roten Teufel“ erzielten Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger. Doch es wollte im Angriff noch nicht so richtig laufen, nach zehn Minuten lief man noch einem 3:4-Rückstand hinterher. Rund 50 DRHV-Fans — die ihre Mannschaft lautstark unterstützten — mussten sich dann aber den ersten Führungswechsel ansehen. Salger netzte zum 5:5 (10.) ein, wenig später traf Niklas Ruß per Siebenmeter zur ersten SGL-Führung (14.). Doch das Spiel blieb knapp, die Führung übernahmen wieder die Gäste — 6:7 nach 15 Minuten, Nagel rief zur ersten Auszeit. 

Die Abwehr stand nun sicherer, SGL-Schlussmann Alexander Hübe kam mehr und mehr in die Partie, dennoch fanden die Gäste ein ums andere Mal die Lücke in der SGL-Abwehr: 7:8 nach 19 Minuten. Nun war auch die gut besuchte Heinrich-Beck-Halle da, Hübe parierte vom Siebenmeterstrich, Rechtsaußen Sascha Pfattheicher verwandelte per Kempa-Trick zum 8:8 (20.). Auch wenn die SGL die Minuten vor der Halbzeit in Unterzahl überstehen musste, der Spielstand blieb knapp. Im Angriff nahm Nagel seinen Schlussmann Hübe auf die Bank, setzte in Unterzahl auf die Variante mit dem sechsten Feldspieler. Aber Dessau spielte konzentriert, nutzte seine Möglichkeiten, kämpfte sich einen Vier-Tore-Vorsprung heraus, 10:14 nach 29 Minuten — mit der Schlusssirene verkürzte Christopher Räpple noch zum 11:14-Halbzeitstand.

 

„Gegen Hamm lief es in der ersten Halbzeit ja auch noch nicht“, bilanzierte Uli Roth, Sportlicher Leiter der SGL, in der Pause, „wir haben noch zu wenig Zugriff im Angriff.“ Und es wurde besser: Torwart Youngster Moritz Mangold setzte mit drei Paraden gleich zu Anfang ein Zeichen, im Gegenzug netzte erst Spohn zum 13:14-Anschlusstreffer (32.), kurz darauf Ruß vom Siebenmeterstrich zum 14:14-Ausgleich, unmittelbar danach die 15:14-Führung abermals durch Spohn. Nun stand die Halle Kopf, der SGL-Shooter sorgte zwischenzeitlich sogar für die Zwei-Tore-Führung (17:15 nach 39 Minuten). Doch so richtig absetzen konnte sich auch die SGL nicht, die Führung wechselte ständig, jede Aktion war umkämpft. in der 44. Minute waren wieder die Gäste in Front — es bahnte sich wie so häufig eine spannende Schlussphase an. Doch den schnellen DRHV-Mittelmann Vincent Sohmann bekamen die „Roten Teufel“ nicht in den Griff, einzig Alexander Hübe hielt die SGL im Spiel, Salger zum 22:23-Anschlusstreffer (53.), Räpple zum 23:23-Ausgleich (55.) — eine Minute vor Schluss stand noch die 25:26-Gästeführung. Doch dann kam der Lucky-Punch: Zwei Sekunden vor Schluss schmetterte Salger den Ball zum Ausgleich in die Maschen — die SGL bleibt weiterhin zu Hause ungeschlagen. 

 

„Ich denke wir können uns gegenseitig zum Punktgewinn gratulieren“, so Gästetrainer Uwe Jungandreas nach der Partie, „letztendlich war es aus meiner Sicht ein gerechtes Unentschieden.“ Und auch Nagel war glücklich: „Wenn man den Ausgleich kurz vor Schluss erzielt, muss man natürlich von einem gewonnen Punkt reden“, so der SGL-Coach, „wir haben am Anfang großen Respekt gehabt. Trotzdem ist es Wahnsinn, dass wir gegen diese Abwehr 26 Tore geworfen haben — in der zweiten Halbzeit haben wir uns zum Glück gesteigert und stark gekämpft.“

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (ab 27.) — Wetzel, Salger (5), Räpple (3), Kupijai, Pfattheicher (1), Ruß (8/4), Spohn (3), Pestinger, Kubitschek (1), Conrad, Karpstein, Möller (4). 

 

DRHV: Döhler, Ambrosius — Pavlicek (7/3), Donath, Wasielewski (5), Vanco (2), Sohmann (7), Sliwka (4), Pfeiffer, Schmidt, Schade, Hanner (1).

 

Strafminuten: Möller (2), Conrad (2), Salger (2), Kubitschek (2), Spohn (2), Kupijai (2) — Vanco (2), Sohmann (2), Sliwka (2), Schmidt (2), Schade (2). 

 

 Zuschauer: 700


MIMI KRAUS IM INTERVIEW


WAHNSINN! SGL besiegt auch den ASV Hamm

Die SG Leutershausen bleibt zu Hause ungeschlagen. Die „Roten Teufel“ haben in der 2. Handball-Bundesliga auch den ASV Hamm-Westfalen besiegt und wahren damit ihre weiße Weste in der heimischen Heinrich-Beck-Halle, 24:21 (10:13) der Endstand. 

 

„Das war ein Hammer-Spiel“, resümierte SGL-Coach Marc Nagel, „das können wir jetzt genießen.“ Der ASV startete besser in die Partie, kam zu einfach zum Torerfolg — die Konsequenz: ein früher 1:3-Rückstand. Und auch im Angriff lief es nicht rund, nur zwei erzielte Tore nach sechs Minute, 2:6-Rückstand —Nagel rief seine Jungs zur ersten Auszeit zusammen.

 

Doch es wurde nicht besser, die offensive ASV-Abwehr bereitete den „Roten Teufeln“ große Probleme, die Ballverluste häuften sich, 5:9 bereits nach zwölf Minuten. Die SGL kämpfte sich vor den Augen von Weltmeister Michael „Mimi“ Kraus zurück ins Spiel, Philipp Bauer zum 8:11. Die Abwehr wirkte nun aggressiver, auch die SGL-Rückraumschützen kamen besser ins Spiel. Kurz vor der Halbzeit wurde dann auch noch ASV-Schlussmann Dennis Doden zum Faktor — mit einem 10:13-Rückstand ging es in die Kabine. 

 

„Das war in den ersten 30 Minuten ein Klassenunterschied“, so Nagel, „unter normalen Umständen hätten wir dieses Spiel nicht gewonnen.“ Die zweite Spielhälfte begannen die „Roten Teufel“ besser, Valentin Spohn und Sascha Pfattheicher konnten auf 12:13 verkürzen (32.). Der ASV ließ nun beste Torchancen ungenutzt, Alexander Hübe erwies sich als starker Rückhalt. Spohn zum umjubelten 14:14-Ausgleichstreffer (35.). Das Spiel blieb knapp, Salger zum 16:16, Christopher Räpple kurz darauf zur 16:17-Führung. Es entwickelte sich eine hektische Schlussphase, zehn Minuten vor Abpfiff konnte sich die SGL erstmals mit drei Toren absetzen — Salger zum 22:19 (55.), Hübe zog dem ASV-Angriff den Zahn. „Hier hätten wir punkten müssen“, so Gästetrainer Nils Pfannenschmidt, „wir haben die SGL wieder zurück ins Spiel geholt — aber wer am Ende mit drei Toren führt, der gewinnt auch verdient.“

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (7.-14) — Möller (2), Wetzel, Salger (3), Räpple (7/6), Kupijai (1), Pfattheicher (3), Ruß, Bauer (5), Spohn (3), Pestinger, Kubitschek, Conrad. 

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck, Doden, Brosch (2), Fuchs, Fridgeirsson (4), Eggert, Ritterbach (4), Gudat (2), Zintel (2), Possehl (2), Savvas (4), Neuhold (1).

Strafminuten: Salger (2), Mangold (2), Wetzel (4), Ruß (2); Brosch (2), Fuchs (2), Neuhold (2).

 

Zuschauer: 500

 


Salger und Spohn geehrt

 

Die beiden Junioren-Nationalspieler der SG Leutershausen, Valentin Spohn und Stefan Salger, wurden heute im Rathaus Leutershausen offiziell für ihren Vize-Europameisterschaftstitel geehrt. Im August erreichten sie mit der deutschen U20-Auswahl in Dänemark das Endspiel — und mussten sich nur knapp in der Verlängerung gegen Spanien geschlagen geben.

 

„Klar war man anfangs etwas enttäuscht“, sagte Spohn, „aber Vize klingt dann doch viel besser als Dritter.“  Und auch Salger blickte zurück: „Das Finale war sehr eng, insgesamt war es aber ein super Turnier und eine große Erfahrung.“ Manuel Just, Bürgermeister der Gemeinde Hirschberg, gratulierte den beiden Talenten: „Das war eine besondere Leistung, der Handball hat hier in der Umgebung ja einen sehr großen Stellenwert. Gerade die SG hat schon viele Spitzenhandballer hervorgebracht — deshalb freut uns mich umso mehr für die jungen Spieler.“ 

 

Auch Uli Roth freut sich, dass die Nachwuchsarbeit an der Bergstraße so erfolgreich läuft: „Die jungen Spieler wissen, dass sie bei uns zum Einsatz kommen können“, so der Sportliche Leiter, „die Rahmenbedingungen bei der SGL sind professionell, wir ebnen dem Nachwuchs den Weg nach oben.“

 

„Ich möchte auch nicht Sascha Pfattheicher vergessen, der die EM nur aufgrund von einer Verletzung absagen musste“, ergänzte Just, „dennoch, kurz gesagt: Ihr habt ein „saustarkes“ Turnier gespielt — das wollen wir würdigen.“

 

Große Ehre: Spohn und Salger durften sich in das Goldene Buch der Gemeine Hirschberg eintragen. 

 

 

Die nächste Aufgabe findet bereits am kommenden Mittwochabend statt. Um 20 Uhr erwartet man in der heimischen Heinrich-Beck-Halle den ASV Hamm-Westfalen — auch Bürgermeister Just hat sich bereits  angekündigt. 

 


SGL hält in Rimpar lange mit

 

Am Ende war es keine eindeutige Sache. Die SG Leutershausen hat das schwere Auswärtsspiel bei den DJK Rimpar Wölfen lange offen gehalten — und letztendlich doch verloren. Mit 26:20 (13:12) musste sich die SGL in der s.Oliver-Arena in Würzburg vor gut 1.600  Zuschauern geschlagen geben. 

 

Den Start in die Partie hatten sich die „Roten Teufel“ anders vorgestellt. Die SGL-Abwehr stand noch nicht sicher, die „Wölfe“ aus Rimpar wirkten entschlossener, gingen bereits nach vier Minuten mit 3:1 in Führung. Im Angriff fanden die SGL-Jungs immer wieder die Lücke über den Kreis — Christopher Räpple hielt die Jungs von der Bergstraße vom Siebenmeterstrich im Spiel (7.). Doch die technischen Fehler wurden nicht weniger, Rimpar nutze das, zog zwischenzeitlich auf 8:5 weg (10.) — Grund genug für Marc Nagel die erste Auszeit zu ziehen. 

So richtig Wirkung zeigten seine Worte aber nicht, der Angriff wirkte weiter unsicher, mit der Einwechslung von Mittelmann Philipp Bauer kam mehr Struktur ins SGL-Angriffsspiel. Ballverluste wurden von den Hausherren aber weiterhin konsequent bestraft — die Gegenstöße kamen schneller als der SGL recht war — 11:7 nach 20 Minuten. Nach und nach stabilisierte sich die Deckungsformation, Schlussmann Alexander Hübe kam besser in die Partie, Bauer und Valentin Spohn sorgten im Gegenzug für die notwendige Torgefahr — in die Kabinen ging es mit einem Unterarm-Kracher von Bauer zum 13:12.

 

„Das war eine unserer schlechtesten Halbzeiten“, zog der Sportliche Leiter der SGL, Uli Roth,  bereits in der Halbzeit ein Fazit, „aber wir sind noch im Spiel — das macht Hoffnung für die zweite Spielhälfte.“

 

Und die begann mit einem gut aufgelegten Bauer, der es gleich zweimal hintereinander im „Wölfe“-Tor krachen ließ (33.). Die Begegnung blieb somit knapp, nur der Ausgleich wollte nicht fallen: Hübe verfehlte das leere Tor, Niklas Ruß scheiterte frei vor DJK-Schlussmann Max Brustmann — im Gegenzug netzen die „Wölfe“ per Kempa-Tor zum 20:17 ein (42.). Für Nagel Grund genug, um seine Jungs zur Auszeit zusammenzurufen. Junioren-Nationalspieler Spohn konnte zwar noch auf 20:18 verkürzen, der Zwei-Tore-Rückstand blieb aber bis zur 47. Minute bestehen. Immer wenn die SGL in Schlagdistanz war, schlichen sich kleine Unkonzentriertheiten und Fehler ein — in der 52. Minute zogen die Hausherren erstmals auf vier Tore davon (23:19), die SGL verlor den Anschluss, — musste sich am Ende mit 26:20 geschlagen geben. 

 

„Rimpar hat eine gute Deckung gespielt, dahinter war ihr Keeper Brustmann auch heute für die besonderen Momente zuständig“, sagte SGL-Coach Nagel, „ich glaube, dass wir über 40 Minuten einen guten Job gemacht haben, Kompliment an meine Mannschaft — wir haben uns über lange Zeit gut verkauft, daraus müssen wir lernen.“

 

Und auch DJK-Trainer Matthias Obinger hatte für die SGL viel Lob übrig: „Die Aufsteiger sind in diesem Jahr so stark wie nie — Leutershausen hat uns heute viel abverlangt.“ 

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (bei zwei Siebenmeter) — Wetzel, Salger (2), Räpple (4/4), Kupijai, Pfattheicher (1), Ruß (1), Bauer (6), Spohn (4), Pestinger, Kubitschek, Conrad, Möller (2).

 

Strafminuten: Salger (2)

 

Zuschauer: 1680

 


WAHNSINN! SGL ringt auch TUSEM Essen nieder

Die „Roten Teufel“ haben einen Lauf, die Heimstärke hält an. Nun wurde am Samstag der nächste hochkarätige Gegner, TUSEM Essen, in der heimischen Heinrich-Beck-Halle geschlagen. Am Ende stand ein 28:25-Heimsieg, man ist in der 2. Handball-Bundesliga zu Hause immer noch ungeschlagen — 11:5 Punkte stehen bereits auf dem Konto des Aufsteigers, der Höhenflug geht weiter.

 

 

Wie so häufig bahnte sich eine spannende Partie an. Die SGL startete gut, spielte sich schnell eine 2:1-Führung heraus (3.). Doch auch die Gäste zeigten, dass sie die fünf Stunden Busfahrt aus Essen nicht umsonst auf sich genommen haben. Angeführt von Mittelmann Michael Hegemann stellte der TUSEM eine aggressive Deckung, und kam im Angriff zu einfachen Treffern. Führungswechsel: 2:4 nach sieben Minuten. Es entwickelte sich eine enge Partie, jeder Ball war umkämpft — doch gerade auf die Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger war auf Seiten der SGL Verlass. Salger netzte bereits in den ersten 30 Minuten fünfmal ein und kam am Ende auf sieben Tore. Nun bekam auch SGL-Schlussmann Alexander Hübe die Hand an den Ball, sorgte mit seinen Paraden für den notwendigen Rückhalt, um die Führung zu verteidigen. Christopher Räpple zeigte sich sicher vom Siebenmeterstrich, Marcel Möller netzte zur 7:6-Führung. So richtig absetzen konnten sich die „Roten Teufel“ aber nie, zu oft war der Pfosten im Weg — Salger verwandelte mit dem Halbzeitpfiff zum 14:12.

 

Die ersten fünf Minuten der zweiten Spielhälfte gehörten SGL-Schlussmann Alexander Hübe. Fünf Paraden hintereinander, darunter ein vereitelter Siebenmeter. Doch auch sein Gegenüber Sebastian Bliß verhinderte, dass sich die Jungs von der Bergstraße weiter absetzen konnten. Im Essener Angriff wurde Hegemann immer mehr zum Faktor, hielt den TUSEM im Spiel — 19:18 nach 41 Minuten. Die Schlussphase wurde wie so häufig zur Nervenschlacht. Spohn und Bauer sorgten für die wichtigen Tore, Nachwuchskeeper Moritz Mangold kam ins Spiel und entschärfte sofort zwei Bälle. „Mo ist ja eigentlich noch A-Jugend“, so SGL-Coach Marc Nagel, „das war ganz wichtig — auch damit Hübe mal eine Pause bekommt.“ In den letzten Minuten erlaubten sich dann die Essener zu viele technische Fehler. Möller vom Kreis, Sascha Pfattheicher im Gegenstoß nutzten das eiskalt aus. Zudem lief Hübe wieder zu Hochtouren auf — 28:25, die nächste Sensation war perfekt. 

 

„Wir haben eine sehr, sehr starke erste Halbzeit gespielt, nur das Ergebnis hat nicht ganz gepasst“, so SGL-Coach Nagel, „am Ende bin ich natürlich sehr glücklich, mit 11:5-Punkten haben wir jetzt etwas in der Hand — es ist ganz wichtig die auswärts geholten Zähler auch zu Hause zu bestätigen.“

 

„Das Hauptproblem war bei uns der Angriff. Die Effektivität war einfach zu niedrig — zudem haben wir uns zu viele technische Fehler erlaubt“, so Gästetrainer Stephan Krebietke nach dem Spiel, „natürlich sind wir jetzt unglücklich, ansonsten haben wir eine halbwegs ordentliche Leistung abgeliefert — so ist das manchmal, wir müssen nach vorne schauen.“

 

Und auch die SGL schaut nach vorne: Bereits am Samstag wartet das schwere Auswärtsspiel beim Aufstiegskandidaten DJK Rimpar…

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Wetzel, Salger (7), Räpple (2/2), Kupijai (3), Pfattheicher (3), Ruß, Bauer (2), Spohn (6), Kubitschek, Conrad, Möller (4), Pestinger, Karpstein. 

 

TUSEM Essen: Bliß, Heissenberg — Beyer (3/1), Ellwanger (1), Schäfer, Schlüter (3), Keller (3), Hegemann (4), Roosna (2), Szczesny (6), Käsler, Seidel (2), Mürköster (1). 

 

Zeitstrafen: Kupijai (2) — Hegemann (2), Seidel (4). 

 

 

Zuschauer: 700

 


SGL siegt in Neuhausen

Es ist wie im Märchen, die "Roten Teufel" haben es schon wieder getan. Eine etablierte Mannschaft in der 2. Handball-Bundesliga geschlagen — und das auch noch auswärts. Diesmal musste der TV 1893 Neuhausen in der heimischen Hofbühlhalle dran glauben. Die SG Leutershausen zeigte eine starke Vorstellung und entführte die ersten beiden Auswärtspunkte der Saison aus Neuhausen — 22:25 (9:10) das Endresultat. 

 

In den ersten Halbzeit zeigte die SGL über weite Strecken zunächst eine durchwachsene Leistung, wirkte in den Anfangsminuten aber wacher und spielte sich schnell eine 1:3-Führung heraus (5.). Im SGL-Kasten war einmal mehr Alexander Hübe blendend aufgelegt, hielt die „Roten Teufel“ mehrfach im Spiel — die TVN-Schützen ließen unzählige freie Wurfgelegenheiten aus — verzweifelten schier am SGL-Keeper. Mit einer 9:10-Auswärtsführung ging es in die Kabine. 

 

„Unsere Chancenverwertung war nicht zufriedenstellend“, wusste auch TVN-Coach Aleksandar Stevic, „das Spiel haben wir ganz klar in der ersten Halbzeit verloren.“

 

Dann, in Spielhälfte zwei, startete der TVN aggressiver, die „Roten Teufel“ fanden nur noch mit großer Mühe die Lücke in der Abwehr der Hausherren. Es entwickelte sich eine umkämpfte Partie, die von vielen Zeitstrafen geprägt war, die Führung wechselte fast im Minutentakt. Mit einer überragenden kämpferischen Vorstellung konnte sich die SGL in der entscheidenden Phase etwas absetzen: 18:21 nach 54 Minuten. Immer wieder bewahrte SGL-Mittelmann Bauer, der genau wie Jonas Kupijai sein Comeback feierte, in den endscheidenden Situationen die Ruhe. Junioren-Nationalspieler Stefan Salger und Valentin Spohn scheiterten anfangs noch am gut aufgelegten Neuhausener Schlussmann Daniel Rebmann, in den wichtigen Situationen behielten aber auch sie die Oberhand. Als Hübe keine Hand mehr an den Ball bekam, sorgte Moritz Mangold für den notwendigen Rückhalt. Am Ende stand die 22:25-Führung — der Auswärtssieg war perfekt.

 

Marc Nagel war überglücklich nach dem Spiel: „Ich bin natürlich sehr zufrieden. Für mich war aber über 50 Minuten Neuhausen besser“, so der SGL-Coach, „Hübe im Tor war wieder einmal überragend und hat uns im Spiel gehalten. Das waren zwei ganz wichtige Punkte — wir sind in der zweiten Liga angekommen.“ Das kann man so sagen, nach sieben Spielen haben die Jungs von der Bergstraße bereits 9:5 Punkte auf dem Konto.

 

Über seine zwei Rückkehrer war Nagel besonders froh: „Jonas Kupijai hat uns in der Abwehr ungemein geholfen. Philipp Bauer war dafür im Angriff für die notwendigen Tore verantwortlich, die uns in den vergangenen Auswärtsspielen gefehlt haben.“ Mit sechs Treffern war der Mittelmann erfolgreichster SGL-Schütze. Am nächsten Samstag kommt TUSEM Essen in die Heinrich-Beck-Halle — vielleicht geht ja schon dann das Märchen weiter...

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Wetzel, Salger (4), Räpple (2/2), Kupijai, Pfattheicher (3), Ruß (3), Bauer (6), Spohn (4), Kubitschek (1), Conrad, Karpstein, Möller (2).

 

Zeitstrafen: Salger (2), Pfattheicher (2), Spohn (2). 

 

 

Zuschauer: 769.


DERBYSIEG!

Die Sensation ist perfekt! Die SG Leutershausen gewinnt das Derby in der 2. Handball-Bundesliga gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim mit 28:27 (14:15). Die „Roten Teufel“ zeigten eine überragende kämpferische Leistung, rund 1.200 Zuschauer peitschten die SGL zum Derby-Sieg. 

Das Spiel hielt alles, was es versprach. Die fast vollbesetzte Heinrich-Beck-Halle kochte von Anfang an. Doch die „Roten Teufel“ starteten nervös, leisteten sich unnötige Ballverluste im Angriff. Friesenheim wirkte wacher, nutze die Fehler gnadenlos aus — schnell lag die SGL mit 0:2 im Hintertreffen. Doch SGL-Schlussmann Alexander Hübe sorgte dafür, dass die Partie offen blieb, entschärfte erst einen Siebenmeter, kurz darauf einen Gegenstoß. Aggressive Deckungsformationen prägten die Phase danach, es wurde sich nichts geschenkt, die Stimmung wurde mit jeder Minute hitziger. So richtig absetzen konnte sich aber keines der beiden Teams. In Zahlen: 4:4 nach zehn Minuten, 8:8 nach 20. Die „Roten Teufel“ konnten sich mal wieder auf ihre Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger verlassen — Spohn netzte bereits in den ersten 30 Minuten fünfmal ein. Bei den Gästen sorgten Philipp Grimm und Alexander Feld für offensive Akzente. Das Resultat: eine 14:15-Auswärtsführung für Friesenheim.

Zweite Hälfte, gleiches Spiel. Die Teams schenkten sich nichts, ein unglaublicher Fight entwickelte sich. Die SGL-Abwehr wurde immer stärker, die „Eulen“ aus Friesenheim schafften es oftmals nicht, am überragenden Schlussmann Hübe vorbeizukommen. Blitztransfer Marcel Möller wirbelte am Kreis, zeigte einen starken Auftritt, netzte insgesamt fünfmal ein. Es wurde immer spannender, keine Mannschaft konnte sich eine klare Führung herausspielen, ein echter Handball-Krimi entwickelte sich. Als Sascha Pfattheicher zur 27:26-Führung (57.) traf, stand die Heinrich-Beck-Halle endgültig Kopf. Am Ende war es wieder der Rechtsaußen, der einen Angriff später mit einem frechen Heber zum umjubelten 28:27-Siegtreffer verwandelte — der Derbysieg war perfekt. 

Gästetrainer Ben Matschke zeigte sich nach der Partie als fairer Verlierer: „Wir waren heute nicht clever und abgebrüht genug, der Sieg ist letztendlich verdient.“ SGL-Coach Marc Nagel kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus: „Heute hat man gesehen, dass das Alter der Spieler keinen Ausschlag gibt — es war eine überragende kämpferische Leistung meiner Mannschaft. Wir wollten das Spiel so lange wie möglich offen halten — das ist uns gelungen. Vielen Dank an die unglaubliche Stimmung.“ 

Nach dem Derby-Sieg bekamen die SGL-Jungs auch finanzielle Unterstützung: Esconia in Kooperation mit der erozin.de GmbH aus Heppenheim spendete bereits im Vorfeld 500 Euro an Teufelsclub, die beiden Gesellschafter Reimar Bezzenberger vom Fachbuchverlag Dr. Müller-Bezzenberger und Axel Vögele vom BMW Mini-Service Peter Nick unterstützten die SGL mit jeweils 100 Euro. Zudem gab es pro Tor der „Roten Teufel“ fünf Euro von Anja Böhler von unserem Premium-Partner Flock-In GmbH aus Wiesloch — aufgerundet auf 150 Euro. 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold (bei zwei Siebenmetern) — Wetzel, Zahn, Salger (4), Räpple (6/3), Pfattheicher (6), Lierz, Ruß, Spohn (7), Kubitschek, Conrad, Karpstein, Möller (5).

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier (25. — 30. Peribonio, ab 44.) - Heß, Feld (8/1), Dietrich (1), Durak (2), Grimm (10/4), Dippe (1), Slaninka, Schmidt (2), Weber (3), Falk,  Djozic.  

Zeitstrafen: Kubitschek (2), Conrad (4), Wetzel (2), Räpple (4) Salger (2), Bank (2); Schmidt (2), Falk (2), Dippe (4), Dietrich (2). 

Foto: Steffen Hoffmann


Bittere Niederlage beim      HC Empor Rostock

 

Rostock. Dass die SG Leutershausen gut drauf ist, das wurde schon in den ersten vier Saisonspielen der 2. Handball-Bundesligasaison klar. Nun, im zweiten Auswärtsspiel in Rostock, sah es für den Aufsteiger ebenfalls lange nach Punkten aus, über zwei Drittel des Spiels sogar — doch in den letzten 20 Minuten gelang der Mannschaft von Marc Nagel nur noch wenig. Am Ende war es denkbar knapp: Eine 32:33-Niederlage im Norden — ein Handballkrimi bis zum Schluss.

Dabei ging es so gut los. Die SGL machte dort weiter, wo sie im vergangenen Saisonspiel gegen den Wilhelmshavener HV aufgehört hatte. Eine kompakte, aggressive Abwehr baute sich vor SGL-Schlussmann Alexander Hübe auf, die Einstellung stimmte bei den Jungs von der Bergstraße. Zwei, drei schnelle Ballgewinne: 1:3-Auswärtsführung nach drei Minuten. Die Gastgeber aus Rostock hatten in der Anfangsphase vor allem im Angriff große Probleme, Niklas Ruß auf der vorgezogenen Deckung verunsicherte das Heimteam spürbar. Bereits nach 14 Minuten stand es 7:10 für die SGL — in der mit 560 Zuschauern nahezu ausverkauften OSPA-Arena herrschte für kurze Zeit Totenstille. Die „Roten Teufel“ stellten sich clever an: Hübe vernagelte das SGL-Tor, vorne sorgten wie gewohnt die Junioren-Nationalspieler Stefan Salger und Valentin Spohn für die notwendigen Treffer — die Torchancen wurden diesmal konsequent genutzt. Dann, fünf Minuten vor dem Seitenwechsel, eine weitere Schwächung für die Gastgeber: Julius Heil stößt SGL-Rechtsaußen Sascha Pfattheicher im Sprung — und sieht dafür die Rote Karte. Die Folge: Es wurde noch deutlicher: 13:18, eine Fünf-Tore-Führung zur Halbzeit. „Das war die beste erste Hälfte, die wir bisher gespielt haben“, sagte SGL-Coach Marc Nagel, „aber wir sind keine Mannschaft, die Spiele im Angriff entscheiden kann — sondern in der Deckung.“

Zweite Hälfte, gleiches Bild. Rostock wirkte zwar nun zielstrebiger im Angriff, ihren Fünf-Tore-Vorsprung verteidigte die SGL aber zunächst konsequent. In Zahlen: 18:23 nach 39 Minuten. Doch so richtig abschütteln ließen sich die Norddeutschen nicht. Zudem sah Salger kurz darauf seine zweite Zweiminuten-Zeitstrafe — und nahm vorsichtshalber erst einmal auf der Auswechselbank Platz. Und dann geschah Unerklärliches. Zwischen der 44. und 54. Minute gelang der SGL kein einziger Treffer, die Rostocker kämpften sich Tor um Tor zurück ins Spiel zurück — der 27:27-Ausgleich fiel in der 49. Minute, wenig später gingen die Hausherren sogar in Führung. Jetzt wurde es ganz bitter. Technische Fehler und unkonzentrierte Abschlüsse im Angriff — der HC zog bis auf 33:29 davon. Am Ende war der Kampf vergebens, mit der Schlusssirene warf Pfattheicher den Ball ans Außennetz — die Möglichkeit zum Ausgleich vertan. „Letztendlich hat die richtige Mannschaft gewonnen, für uns tut das natürlich erst einmal die nächsten Tage weh“, sagt Nagel nach der Partie, „in der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass Rostock die Punkte unbedingt haben wollte, aus diesem Spiel können wir viel für die Zukunft lernen.“ Auch der neunfache Torschütze Ruß war enttäuscht: „Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen“, so Ruß, „in der Schlussphase waren es zu viele leichte Fehler.“ Rostocks Trainer Robert Teichert war dafür überglücklich: „In der zweiten Halbzeit haben wir so Handball gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben.“ Eine ganz bittere Niederlage für die SGL, dieser Schock muss nun erstmal verdaut werden. Lange Zeit bleibt dafür nicht, denn schon am Samstag kommt die TSG Ludwigshafen-Friesenheim zum Derby in die Heinrich-Beck-Halle…

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold — Zahn, Wetzel, Salger (6), Räpple (3/2), Pfattheicher (4), Lierz (1), Ruß (9/3), Spohn (9), Kubitschek, Conrad, Karpstein. 

 


"Rote Teufel" kaufen Wilhelmshaven den Schneid ab

Mit einer Rumpftruppe gewinnt die SGL gegen den hohen Favoriten 31:30

 

(rkü) Was für eine Feier in der Heinrich-Beck-Halle: In einer von Schnelligkeit und Spielwitz geprägten Partie gewannen die Roten Teufel der SG Leutershausen gegen den Wilhelmshavener HV 31:30 (14:15). Damit brachten sie den stark favorisierten Nordlichtern die zweite Niederlage gegen einen Aufsteiger in Folge bei.

 

„Das waren die wichtigsten Punkte, die wir geholt haben, seit ich in Leutershausen bin“, sagte SGL-Trainer Marc Nagel nach der Partie. „Die Jungs waren heiß, sie haben daran geglaubt, dass sie  dieses Spiel gewinnen können, und sie haben es sich am Ende genommen. Und Wilhelmshaven gibt einem kein Spiel.“ WHV-Trainer Christian Köhrmann zeigte sich zunächst noch ziemlich baff: „Ich muss mich nach diesem Spiel erst einmal erholen. In der ersten Halbzeit hat die Abwehr noch gut gestanden, später haben wir zu viele Würfe zugelassen. Wir arbeiten hart, aber im Moment ist nicht mehr drin."

 

Bereits die erste Viertelstunde gehörte der SG Leutershausen. Ihr merkte man die Tatsache, dass sie in dieser Partie neben den Dauerverletzten Philipp Bauer und Jonas Kupijai auch auf ihren Kapitän Hannes Volk verzichten musste, kaum an. Spritzig kaufte sie den Gästen den Schneid ab, führte nach 13 Minuten 8:6. Danach aber häuften sich die Fehlwürfe. Leutershausen verpasste es, den Abstand zu vergrößern und ließ statt dessen Gegentreffer zu. Der WHV glich aus, der Vorteil der Hausherren aus der Anfangsphase verpuffte. Nach einer Auszeit der SGL sah es zunächst so aus, als könnten die Rot-Weißen das Heft des Handelns zurückholen, doch spielten die Gäste nun ihren körperlichen Vorteil aus. Bis auf 12:15 zogen sie davon, verpassten dann aber ihrerseits die Vier-Tore-Führung. Auf der anderen Seite gewann die SGL Durchschlagskraft und Witz zurück: Sascha Pfattheicher und Christopher Räpple nutzten die letzten siebzig Sekunden der Halbzeit und verkürzten auf 14:15.

 

„Beim 12:15 hätte ich nicht geglaubt, dass wir noch einmal zurückkommen. Da haben wir die Qualität von Wilhelmshaven gesehen“, so Nagel, „und auch bei einem 13:15 zur Pause hätte es wahrscheinlich nicht geklappt. Aber dieses 14. Tor hat den Jungs so viel Energie gegeben - das hat man in der Kabine schon gespürt."

 

Die zweite Spielhälfte startete ausgeglichen, ehe um Minute 40 herum die Hausherren die wieder nur gut 450 Zuschauer in der Halle zum Toben brachten: Wo nahm die Rumpftruppe von Marc Nagel nur diese Energie her? Alexander Hübe im Tor begeisterte mit Paraden, die Abwehr um Matze Conrad, Alexander Kubitschek und Stefan Salger mit Blocks gegen die körperlich starken Wilhelmshavener, Sascha Pfattheicher, Christopher Räpple und Niklas Ruß mit pfeilschnellen Gegenstößen - eine Zwei-Tore-Führung war der Lohn. WHV-Coach Christian Köhrmann zog die grüne Karte: Eine Auszeit, um den Lauf der Bergsträßer zu unterbrechen. Tatsächlich glich der WHV kurz darauf aus, aber noch immer erschien Leutershausen agiler und ideenreicher. Valentin Spohn, mit neun Treffern erfolgreichster Werfer der SGL, packte in dieser Phase des Spiels ein ums andere Mal die Fackel aus - harte Würfe aus dem Rückraum, die WHV-Goalie Adam Weiner vor unlösbare Aufgaben stellten.

 

Die Schlussminuten - reine Nervensache: Die SGL seit dem 26:25 in der 53. Minute immer einen Umlauf vorne - bis zum Siebenmeter beim Stand von 30:30 und der Zeit von 59:35 auf der Uhr. Christopher Räpple trat an und verwandelte sicher - und dann das Bangen: Würden es am Ende ein oder zwei Punkte werden? Der Wurfversuch des Wilhelmhaveners Tobias Schwolow in letzter Sekunde ging übers Tor: 31:30 - und der Jubel in der Heinrich-Beck-Halle nahezu grenzenlos.

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold, Zahn, Salger 8, Räpple 4/1, Pfattheicher 3/0, Lierz, Ruß 6, Spohn 9, Kubitschek 1, Conrad, Karpstein.

 

Wilhelmhavener HV: Bokesch, Weiner, Maas, Kalafut 1, Vorontsov 6, Köhler 3, Barkow 1, Mertens 6, Schweigart, Köhrmann 4, Kozul 1, Schwolow 7/1, Drechsler 1.


SG Leutershausen verpasst Coup in Saarlouis nur knapp

Die „Roten Teufel“ verlieren gegen die HGS 23:20 (10:11)

 

(rkü) Nur etwas mehr als fünf Minuten fehlten der SG Leutershausen, um den zweiten Coup innerhalb von drei Tagen perfekt zu machen: Bis zur 54. Minute hielten die „Roten Teufel“ das Südwest-Derby der 2. Handball-Bundesliga bei der HG Saarlouis ausgeglichen. Erst danach erspielten sich die Saarländer einen spielentscheidenden Vorteil. Am Ende mussten sich die Bergsträßer 23:20 geschlagen geben. Zur Halbzeit hatten sie noch 10:11 geführt.

 

„Einsatz, Kampf, Wille waren perfekt“, sagte Uli Roth, sportlicher Leiter der SGL, nach der Partie. „Ein Unentschieden wäre sicherlich verdient gewesen. In der Schlussphase haben wir uns aber einige einfache Fehler geleistet, den Gegner stark gemacht - und in einer so einer starken Halle wie in Saarlouis reicht es dann am Ende eben nicht."

 

Mit einem Blitzstart ging die Truppe von Mark Nagel in die Partie. Auf 1:4 zog sie nach acht Minuten davon, erhöhte dann gar noch auf 2:7 (11.). „Wir haben Saarlouis klar dominiert“, so Uli Roth. „Knackpunkt eins kam dann aber nach gut 20 Minuten - die Verletzung von Hannes Volk.“ Leutershausens Kreisläufer verletzte sich am Knie, musste raus. Ob er längerfristig ausfällt, soll eine Untersuchung Anfang dieser Woche ergeben. Die Mannschaft brauchte eine Weile, um den Verlust des Routiniers zu verkraften. Die Zeit nutzten die HGS zur Aufholjagd. Die Hausherren saugten sich bis auf ein Tor heran. Den knappen Vorsprung rettete die SGL in die Halbzeitpause.

 

Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanwurf glich Saarlouis aus, ging sogar in Führung - doch die SGL hielt dagegen und holte sich eine Zwei-Tore-Führung zurück. In der 41. Minute aber die Szene, die Uli Roth als „Knackpunkt zwei“ beschreibt: „Das war die doppelte Überzahl. Da haben wir versäumt Saarlouis entscheidend unter Druck zu setzen und zu treffen.“ Die Hausherren überstanden die kritische Phase nicht nur schadlos, Leutershausen musste selbst sogar auch noch eine Zeitstrafe verkraften. In der Bilanz dieser entscheidenden Minuten holte Saarlouis das 17:17-Unentschieden (46.). Die Halle erwachte nun vollends, die etwa 50 mitgereisten Leutershausener Fans kamen gegen die 1.700 Anhänger der HGS nicht an. „In einer solchen Situation kommen alle unter Druck - unsere jungen Spieler, aber auch die Schiedsrichter“, so Roth. Ein übriges tat der Torwart der Gastgeber, Darius Jonczyk. Er avancierte in diesen letzten Minuten zum Matchwinner seines Teams. Ob er eine Superphase hatte oder den Leutershausener Youngstern in diesem ersten Auswärtsspiel in der zweiten Liga einfach die Durchschlagskraft fehlte, wurde nicht vollends klar - jedenfalls fischte der Keeper einen Ball um den anderen weg. Getragen von der Welle der Euphorie gelang den Hausherren nun fast alles - und damit auch der 23:20-Endstand.

 

„Wir haben heute zwei Mannschaften gesehen, die mit vollem Willen um Platz 16 in der Liga kämpfen“, bilanzierte Roth, der vor allem der stabilen Abwehr eine ligareife Leistung attestierte: „Im Angriff dürfen wir gerne noch ein bisschen zulegen.“ Eine Bank für Leutershausen an diesem Abend einmal mehr Christopher Räpple, der sieben von sieben Siebenmeter-Versuchen sicher verwandelte. Roths Sorge galt nach dem Spiel vor allem der Verletzung von Hannes Volk: „Sollte er dauerhaft ausfallen, wird die Personaldecke so früh in der Saison schon sehr dünn.“

 

Das nächste Spiel bestreiten die „Roten Teufel“ am Freitag, 16. September: Um 20 Uhr empfangen die Bergsträßer den Wilhemshavener HV.

 

SG Leutershausen: Hübe, Mangold, Wetzel, Zahn, Räpple 7/7, Conrad, Karpstein, Kubitschek 1, Pfattheicher 5, Ruß 1, Salger 2, Spohn 4, Lierz, Volk.

 

HG Saarlouis: Schulz, Jonczyk, Faulenbach 14/4, Leist, Kessler, Walz P. 2, Murawski, Weißgerber 2, Schulz 2, Paetow 1, Polydore 1, Walz L.


Was für ein Fest! Aufsteiger Leutershausen feiert Sieg über Zweitliga-Routiniers aus Aue

Die SGL schlägt den Favoriten überraschend 26:21 (11:10)
(rkü) Die SG Leutershausen feiert die erste Heimsensation der Saison: Ohne die verletzten Leistungsträger Philipp Bauer und Jonas Kupijai gewannen die „Roten Teufel“ gegen den hoch favorisierten EHV Aue 26:21 (11:10). Selbst Leutershausens Sportlicher Leiter Uli Roth war nach 60 Minuten baff: „An so ein Ergebnis hätte ich nie geglaubt. Die Jungs haben heute über die komplette Distanz unfassbar diszipliniert gespielt - das war eine überragende Leistung des gesamten Teams.“ Bester Spieler der Partie und auch bester Werfer auf Seiten der Gastgeber war Valentin Spohn mit acht Treffern. Aues Coach Maik Handschke sagte später ernüchtert: „Unser Hauptproblem war die Einstellung. Wir haben die Leidenschaft vermissen lassen und Vieles verworfen - so gewinnt man keine Spiele. Nach dem Sieg gegen Dessau haben wir gedacht, das machen wir im Vorbeigehen."
Bereits das erste Ziel des Abends erreichte die SG Leutershausen mit Bravour: „Aue kann ein Spiel in der ersten Halbzeit entscheiden“, hatte Coach Marc Nagel vor der Partie orakelt, „das wollen wir verhindern.“ Das tat sein Team - und mehr als das. Nach einem kurzzeitigen Rückstand gegen den klaren Favoriten und Zweitliga-Routinier aus Sachsen zu Beginn des Spiels gingen die „Roten Teufel“ in Führung - und sie verteidigten den Vorsprung von ein, zwei Toren nach Kräften. Zur Entlastung hatten sie Thomas Zahn in ihren Reihen. Er hatte seine Karriere beim TVG Großsachsen in der 3. Liga eigentlich beendet, zog nun aber aufgrund der Verletzungen im Team der „Roten Teufel“ doch noch einmal das Handball-Trikot über. Und auch er erlebte eine Mannschaft mit Siegeswillen. „Wir haben mehr Selbstbewusstsein als in der Vergangenheit. In den ersten zehn Minuten waren wir sehr stark, dann zwischendurch ein bisschen leichtsinnig“, so Marc Nagel. Doch von einem zwischenzeitlichen Unentschieden (8:8 in der 21. Minute) ließ sich seine Mannschaft nicht kirre machen, sondern hielt gegen die anstürmenden Gäste stand. Dabei half ihr nicht nur ein glänzend aufgelegter Alexander Hübe im Tor, sondern auch die Leistung am eigenen Kreis. Der Lohn: die 11:10-Führung zur Pause. „Ganz stark, wie der der junge Valentin Spohn die Abwehr zusammenhält“, kommentierte Uli Roth das Geschehen. Nachdem er vor der Partie von „maximal einer Außenseiterchance“ gesprochen hatte, prophezeite er nach der ersten Hälfte einen knappen Ausgang des Spiels.
Nach dem Wiederanwurf erarbeitete sich der EHV leichte Vorteile und holte sich die 14:16-Führung (37.). „Da haben wir uns schwer getan“, ließ Nagel das Spiel Revue passieren, „ab die Mannschaft hat nie an sich gezweifelt.“ Die SGL konterte die Angriffe der Gäste durch Treffer ihrer Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn und Stefan Salger sowie von Christopher Räpple von der Siebenmeter-Linie - 17:17 (44.). Leutershausen gab mächtig Druck auf die Turbine, schnürte seinen Gegner förmlich ein. Und die „Roten Teufel“ trafen. Der Favorit aus Sachsen wankte deutlich - aber erst nach dem Treffer zum 24:20 durch Niklas Russ zwei Minuten vor Spielende begannen die 500 Fans in der Heinrich-Beck-Halle, an die Sensation zu glauben. Zurecht! Denn Sascha Pfattheicher und Hannes Volk erhöhten kurz darauf auf 26:20 - die Entscheidung. Zwei Sekunden vor der Sirene verkürzte Marc Pechstein noch zum Endstand von 26:21.
Bereits am Sonntag um 17 Uhr tritt die SGL zu ihrem ersten Auswärtsspiel in Saarlouis an - einem Zweitliga-Klassiker im Südwesten. „Wir würden uns wünschen, dass uns viele Fans bei dieser Aufgabe unterstützen“, so Marc Nagel.
SG Leutershausen: Hübe, Mangold, , Wetzel 1, Zahn, Salger 4, Räpple 2/2, Lierz, Volk 3, Russ 3, Spohn 8, Pfattheicher 5, Kubitschek, Conrad, Karpstein.
EHV Aue: Wetzel, Töpfer, Schäfer, Meinhardt 4, Roch 2, Bornhorn, Sigtryggsson, Faith, Jungemann 2, Gunnarsson, Remke 4, Runarsson 1, Paraschiv 4, Pechstein 4/1.